MWST-Branchen-Info 08 Hotel- und Gastgewerbe

Vollständiger Auszug aus Branchen-Info 08 Hotel- und Gastgewerbe (für offizielle Version bitte auf Link klicken)

Inhalt

  1. 1 (1)  Abgrenzung zwischen gastgewerblichen Leistungen und Lieferungen von Nahrungsmitteln 
    1. 1.1 (1.1)  Gesetzliche Grundlagen 
    2. 1.2 (1.2)  Gastgewerbliche Leistungen
      1. 1.2.1 (1.2.1)   Besondere Konsumvorrichtungen an Ort und Stelle (Art. 54 MWSTV) 
      2. 1.2.2 (1.2.2)  Zubereitung und/oder Servierleistung beim Kunden (Art. 53 MWSTV)
    3. 1.3 (1.3)  Abgrenzung zu den nicht gastgewerblichen Leistungen
      1. 1.3.1 (1.3.1)  Verpflegungsautomaten (Art. 25 Abs. 3 MWSTG)
      2. 1.3.2 (1.3.2)  Nahrungsmittel zum Mitnehmen (Verkauf über die Gasse / Take away) / geeignete organisatorische Massnahmen (Art. 55 Abs. 2 und Art. 56 MWSTV)
      3. 1.3.3 (1.3.3)  Hauslieferung von Nahrungsmitteln / geeignete organisatorische Massnahmen (Art. 55 Abs. 1 und Art. 56 MWSTV)
      4. 1.3.4 (1.3.4)  Vereinfachte Abrechnung für gemischte Betriebe, Imbissbars / -stände und Anlässe mit gastgewerblichen Leistungen
      5. 1.3.5 (1.3.5)  Bäckerei / Konditorei / Confiserie mit Tea-Room
  2. 2 (2)   Eigenkonsum der Familien- und Firmenangehörigen, Verpflegung des Personals in gastgewerblichen Betrieben; Bewirtung bestimmter Personengruppen (Art. 3 Bst. h, Art. 24 und 31 MWSTG sowie Art. 47 MWSTV)
    1. 2.1 (2.1)   Grundsätzliches
    2. 2.2 (2.2)   Verpflegung in gastgewerblichen Betrieben
      1. 2.2.1 (2.2.1)  Verpflegung des Einzelfirmeninhabers und seiner nicht im Betrieb mitarbeitenden Familienangehörigen, Freunden und Bekannten
      2. 2.2.2 (2.2.2)  Verpflegung des nicht im Betrieb mitarbeitenden Inhabers einer massgebenden Beteiligung (z.B. Aktionäre, Stammanteilinhaber oder Teilhaber von Personengesellschaften) und dessen nicht im Betrieb mitarbeitenden Familienangehörigen, Freunden und Bekannten sowie von Freunden und Bekannten des im Betrieb mitarbeitenden Inhabers einer massgebenden Beteiligung
      3. 2.2.3 (2.2.3)  Verpflegung des Personals
      4. 2.2.4 (2.2.4)  Bewirtung bestimmter Personengruppen (Maisonbuchungen)
  3. 3 (3)  Verpflegung in nicht gastgewerblichen Betrieben (z.B. in Kantinen, Schulmensen und Bildungszentren)
  4. 4 (4)   Diverse andere Leistungen im Gastgewerbe
    1. 4.1 (4.1)   Musik-, Zigaretten-, Spiel- und sonstige Automaten sowie Betrieb von Bowling- und Kegelbahnen, Billardtischen und Dart
    2. 4.2 (4.2)   Vermietung von Räumlichkeiten im Hotel- und Gastgewerbe
    3. 4.3 (4.3)   Veranstaltungen wie Theateraufführungen, Musik- und Tanzabende
    4. 4.4 (4.4)   Kommerzielle Ausstellungen
    5. 4.5 (4.5)   Kunstwerke
    6. 4.6 (4.6)   Gastgewerbliche Leistungen an ein Reisebüro
    7. 4.7 (4.7)   Blumenverkäufe und Tischdekorationen
    8. 4.8 (4.8)   Debouren
    9. 4.9 (4.9)   Taxe für die Verlegung der Polizeistunde
    10. 4.10 (4.10)  Lieferverträge (z.B. Bierverträge)
  5. 5 (5)   Begriffe Hotellerie / Parahotellerie
  6. 6 (6)   Unterscheidung Beherbergungsleistungen und übrige Leistungen
    1. 6.1 (6.1)   Beherbergungsleistungen (Sondersatz)
      1. 6.1.1 (6.1.1) Beherbergung
      2. 6.1.2 (6.1.2) Nebenleistungen in direktem Zusammenhang mit der Beherbergung
      3. 6.1.3 (6.1.3)  Erweiterte Nebenleistungen
    2. 6.2 (6.2)   Übrige Leistungen
    3. 6.3 (6.3)   Übersichtstabelle Beherbergungs- und übrige Leistungen
    4. 6.4 (6.4)  Kombinationen von Leistungen
      1. 6.4.1 (6.4.1)  Grundsätzliches zu Leistungskombinationen (Halb- und Vollpension, Packages und Leistungen von Seminarhotels = Seminarpauschalen)
      2. 6.4.2 (6.4.2)  Definitionen
      3. 6.4.3 (6.4.3)  Effektive Berechnung von Leistungskombinationen
      4. 6.4.4 (6.4.4)  Pauschale Ermittlung von Leistungskombinationen
  7. 7 (7)   Diverse andere Leistungen im Hotelgewerbe
    1. 7.1 (7.1)   Vermietung von Ferienhäusern und -wohnungen
    2. 7.2 (7.2)   Vermietung von Hotelzimmern durch ein Hotel an ein anderes Hotel
    3. 7.3 (7.3)   Vermietung von Campingplätzen und Mobilheimparks
    4. 7.4 (7.4)   Vermietung von Parkplätzen / Bootsplätzen
    5. 7.5 (7.5)   Vermietung von Zimmern an das Personal
    6. 7.6 (7.6)   Minibar
    7. 7.7 (7.7)   Arrangementverkauf an Reisebüros
    8. 7.8 (7.8)   Provisionszahlungen an Reisebüros, Verkehrsvereine usw. für vermittelte Arrangements
    9. 7.9 (7.9)  Pay-TV, Internet-Benützungsgebühren, Vermietung von Bild-, Film- und Audiodatenträgern
    10. 7.10 (7.10)  Geldwechsel
    11. 7.11 (7.11)  Kur- und Beherbergungstaxen
    12. 7.12 (7.12)  Bezahlung mit von Dritten herausgegebenen Vouchers
  8. 8 (8)   Entgelt
    1. 8.1 (8.1)   Allgemeines
    2. 8.2 (8.2)   Gutscheine
    3. 8.3 (8.3)   Trinkgeld
    4. 8.4 (8.4)   Telefon
    5. 8.5 (8.5)   Vermietung von Räumlichkeiten im Hotel- und Gastgewerbe
    6. 8.6 (8.6)   Schadenersatz
    7. 8.7 (8.7)   Zahlungen für Annullierungen
  9. 9 (9)   Vorsteuer
  10. 10 (10)  Sonstiges
    1. 10.1 (10.1)  Vereinfachte Abrechnung mit Saldosteuersätzen (SSS)
    2. 10.2 (10.2)  Ort der gastgewerblichen Leistung
    3. 10.3 (10.3)  Ort der Beherbergungsleistung
  11. 11 (11)  Buchführung und Rechnungsstellung
    1. 11.1 (11.1)   Ergänzungen zur Rechnungsstellung
    2. 11.2 (11.2)   Rechnungsstellung bei Leistungskombinationen
      1. 11.2.1 (11.2.1)  Rechnungsstellung bei Beherbergung, Vollpension, Leistungskombinationen zu einem Steuersatz und bei übrigen Leistungen
      2. 11.2.2 (11.2.2)  Rechnungsstellung bei Packages (→ Ziff. 6.4.3.2)
      3. 11.2.3 (11.2.3)  Rechnungsstellung bei Leistungen von Seminarhotels (Seminarpauschalen)
  12. 12 Anhang I: Quittungsbeispiele
  13. 13 Anhang II: Rechnungsbeispiele
  14. 14 Anhang III: Merkblatt N1/2007
  15. 15 Anhang IV: Merkblatt N2/2007


Teil I Gastgewerbliche Leistungen 

(1)  Abgrenzung zwischen gastgewerblichen Leistungen und Lieferungen von Nahrungsmitteln 

Die unter dieser Ziffer aufgeführten Abgrenzungskriterien sind nur für Betriebe relevant, die sowohl gastgewerbliche Leistungen als auch Lieferungen von Nahrungsmitteln erbringen. Erbringt ein Hotelier oder Gastwirt ausschliesslich gastgewerbliche Leistungen, sind diese zum Normalsatz steuerbar. Führt ein Leistungserbringer ausschliesslich Nahrungsmittellieferungen aus, so unterliegen diese dem reduzierten Satz (Ausnahme: alkoholische Getränke).

(1.1)  Gesetzliche Grundlagen 

Der reduzierte Steuersatz kommt nach Artikel 25 Absatz 2 Buchstabe a Ziffer 2 MWSTG zur Anwendung für Lieferungen von Nahrungsmitteln und Zusatzstoffen nach dem Lebensmittelgesetz vom 9. Oktober 1992. Der reduzierte Satz gilt jedoch nicht für Nahrungsmittel, die im Rahmen von gastgewerblichen Leistungen abgegeben werden (Art. 25 Abs. 3 MWSTG). 

↑ Alkoholische Getränke (Alkoholgehalt von mehr als 0,5 Volumenprozenten) zählen nicht zu den Nahrungs-, sondern zu den Genussmitteln und unterliegen deshalb dem Normalsatz.

  Weitergehende Ausführungen sind der MWST-Info Steuerbemessung und Steuersätze zu entnehmen. 

(1.2)  Gastgewerbliche Leistungen

  • Unter einer gastgewerblichen Leistung versteht man die Abgabe von Nahrungsmitteln, wenn die steuerpflichtige Person für deren Konsum an Ort und Stelle besondere Vorrichtungen bereithält (Konsumvorrichtungen).
  • Als gastgewerbliche Leistung gilt zudem die Abgabe von Nahrungsmitteln, wenn die steuerpflichtige Person diese beim Kunden zubereitet beziehungsweise serviert. 

(1.2.1)   Besondere Konsumvorrichtungen an Ort und Stelle (Art. 54 MWSTV) 

Unter einer Konsumvorrichtung versteht man besondere Einrichtungen zur Konsumation der Nahrungsmittel. Als solche gelten beispielsweise Tische, Stehtische, Theken und andere für den Konsum zur Verfügung stehende Abstellflächen oder entsprechende Vorrichtungen in Zügen und Reisecars. Nicht von Bedeutung ist, ob die Ein- oder Vorrichtungen der steuerpflichtigen Person oder einem Dritten gehören und ob der Kunde sie tatsächlich benützt. Ebenfalls unwesentlich ist, ob diese Ein- oder Vorrichtungen ausreichen, um sämtlichen Kunden den Konsum an Ort und Stelle zu ermöglichen. 

Nicht als Konsumvorrichtungen gelten
  • blosse Sitzgelegenheiten ohne dazugehörende Tische, die den Kunden in erster Linie als Ausruhmöglichkeit dienen (z.B. in Lebensmittelgeschäften oder Supermärkten, im Foyer eines Kinos oder Theaters);
  • Zuschauerplätze in einem Kino, Theater, Zirkus, Sportstadion, bei Konzertanlässen usw.;
  • bei Kiosks oder Restaurants auf Campingplätzen: die Zelte und Wohnwagen der Mieter mitsamt den von den Campinggästen selber mitgebrachten Konsumvorrichtungen;
  • Abstellflächen für die Warenausgabe bei Verkaufsstellen (z.B. Ablagebrett bei mobilen Verkaufsstellen; Ablageflächen bei Schnellimbissständen).
Gibt es keine Konsumvorrichtung, gilt die Abgabe von Nahrungsmitteln als Lieferung und ist zum reduzierten Satz steuerbar. Ist eine Konsumvorrichtung vorhanden, gilt die Abgabe von Nahrungsmitteln als gastgewerbliche Leistung und ist zum Normalsatz steuerbar.

Darüber, wie die Leistungen von fliegenden Verkäufern im Bereich der vorgenannten Zuschauer- beziehungsweise Sitzplätze behandelt werden, geben die MWST-Branchen-Infos Kultur und Sport Auskunft. Zudem geben diese beiden MWST-Branchen-Infos Auskunft darüber, wie die Leistungen eines Leistungserbringers während eines Anlasses behandelt werden, der sowohl einen Restaurationsbetrieb als auch einen Verkaufsstand ohne Konsumvorrichtungen betreibt.

(1.2.2)  Zubereitung und/oder Servierleistung beim Kunden (Art. 53 MWSTV)

Eine gastgewerbliche Leistung liegt ebenfalls vor, wenn der Leistungserbringer die Nahrungsmittel beim Kunden oder an einem von diesem bezeichneten Ort zubereitet oder serviert.

Als Zubereitung gilt beispielsweise das Kochen, Erwärmen, Mixen, Rüsten, Mischen (z.B. von Salaten), nicht aber das blosse Bewahren der Temperatur konsumbereiter Nahrungsmittel. 

Unter einer Servierleistung ist etwa das Anrichten von Nahrungsmitteln auf Tellern, das Bereitstellen von kalten und warmen Buffets, der Ausschank von Getränken, das Decken und Abräumen von Tischen sowie das Bedienen der Gäste zu verstehen. Auch die Leitung oder Beaufsichtigung des Servierpersonals sowie die Betreuung und Versorgung von Selbstbedienungsbuffets gelten als Servierleistung. 

(1.3)  Abgrenzung zu den nicht gastgewerblichen Leistungen

Nicht als gastgewerbliche Leistungen zählen
  • der Verkauf von Nahrungsmitteln, die zum Mitnehmen bestimmt sind. Der Kunde konsumiert die Nahrungsmittel also nicht im Betrieb der steuerpflichtigen Person. 
  • der Verkauf von Nahrungsmitteln, die zur Auslieferung bestimmt sind. Das heisst, die Nahrungsmittel werden dem Kunden an seinem Domizil oder an einem anderen von ihm bezeichneten Ort ohne jegliche weitere Zubereitung oder Servierleistung übergeben.
Diese Leistungen sind zum reduzierten Satz steuerbar, wenn geeignete organisatorische Massnahmen getroffen werden, welche eine klare Abgrenzung der verschiedenen Leistungen ermöglichen ( Ziff. 1.3.2 und 1.3.3).

(1.3.1)  Verpflegungsautomaten (Art. 25 Abs. 3 MWSTG)

Der Verkauf von Nahrungsmitteln aus Verpflegungsautomaten ist zum reduzierten Satz steuerbar. Zum Normalsatz abzurechnen sind Verkäufe von alkoholischen Getränken und Tabakwaren sowie Non-Food-Artikeln. Es ist nicht von Belang, ob es neben dem Automaten eine Konsumvorrichtung hat oder nicht. Als Automat gilt, wenn der Verkauf der Ware mittels Geldeinwurf beziehungsweise Abbuchen von einem bargeldlosen Zahlungsmittel (Schlüssel usw.) direkt am Automaten ohne jegliche Handlung des Verkäufers erfolgt.

Bei Automaten können die bargeldlosen Zahlungsmittel meistens auch aufgeladen werden. Als organisatorische Massnahme hat der Automat demzufolge die Umsätze nach Art der verkauften Waren und nicht nach den Einnahmen zu registrieren.

(1.3.2)  Nahrungsmittel zum Mitnehmen (Verkauf über die Gasse / Take away) / geeignete organisatorische Massnahmen (Art. 55 Abs. 2 und Art. 56 MWSTV)

Bei Lieferungen von Nahrungsmitteln über die Gasse muss anhand der Belege (z.B. Lieferscheine, Rechnungen, Quittungen) klar ersichtlich sein, dass es sich um eine Lieferung von Nahrungsmitteln zum Mitnehmen handelt. Ansonsten ist davon auszugehen, dass es sich um eine gastgewerbliche Leistung handelt, die zum Normalsatz abzurechnen ist. Für die Einhaltung der organisatorischen Massnahmen muss dem Kunden ein Beleg über die erbrachte Leistung (Rechnung, Quittung, Coupon / Kassenzettel) abgegeben werden. Weitere Informationen zu Form und Inhalt von Belegen enthält die MWST-Info Buchführung und Rechnungsstellung.

Wird eine einzige Kasse sowohl für gastgewerbliche Leistungen als auch für Nahrungsmittelverkäufe zum Mitnehmen verwendet, muss diese entsprechend programmiert sein (z.B. Registrier- oder Spartenkassen). Zudem muss sie Coupons / Kassenzettel mit folgenden zusätzlichen Angaben ausdrucken können:
  • Artikel oder mindestens Warengruppe (z.B. Mineralwasser) sowie deren Preise; und
  • den für jeden Artikel beziehungsweise jede Artikelgruppe massgebenden Steuersatz. Werden die Steuersätze codiert angegeben, können die Codes mit einer Legende erklärt werden.
Verfügt der Leistungserbringer nicht über eine solche Kasse, kann er die gastgewerblichen Leistungen sowie den Verkauf von alkoholischen Getränken auf der einen und die Verkäufe von Nahrungsmitteln zum Mitnehmen auf der anderen Seite je auf separaten Kassen erfassen. Voraussetzung dafür ist, dass beide Kassen Coupons / Kassenzettel mit den vorgenannten Angaben ausdrucken können.

 Für weitere Einzelheiten sind die Quittungsbeispiele im Anhang I. zu beachten.

(1.3.3)  Hauslieferung von Nahrungsmitteln / geeignete organisatorische Massnahmen (Art. 55 Abs. 1 und Art. 56 MWSTV)

Will ein Leistungserbringer die Hauslieferung zum reduzierten Satz abrechnen oder macht er geltend, der Ort der Leistung liege im Ausland (und unterliegt damit nicht der schweizerischen MWST), hat er den Nachweis dafür zu erbringen. Es empfiehlt sich deshalb, die nachfolgenden Vorkehrungen zu treffen: 

Anhand der Belege (z.B. Lieferscheine, Rechnungen, Quittungen) muss klar ersichtlich sein, ob es sich um eine gastgewerbliche Leistung oder um eine Hauslieferung handelt. Für die Einhaltung der organisatorischen Massnahmen ist ein Beleg über die erbrachte Leistung (Rechnung, Quittung, Kassenzettel, Coupon) zu erstellen. Neben den üblichen Angaben muss ein solcher Beleg zusätzlich noch Angaben über die Art und den Umfang (mit oder ohne Zubereitung und Service) sowie den Zustellort der Leistung enthalten. Weitere Informationen zu Form und Inhalt von Belegen enthält die MWST-Info Buchführung und Rechnungsstellung.

Ist aus einem Beleg nicht ersichtlich, ob es sich um eine gastgewerbliche Leistung, um eine Hauslieferung oder um eine Leistung im Ausland handelt, ist davon auszugehen, dass es sich um eine gastgewerbliche Leistung handelt, die zum Normalsatz abzurechnen ist.

(1.3.4)  Vereinfachte Abrechnung für gemischte Betriebe, Imbissbars / -stände und Anlässe mit gastgewerblichen Leistungen

Bei Vorhandensein von Konsumvorrichtungen können gemischte Betriebe (z.B. Kiosk mit Kaffeebar) und Imbissbars/-stände ihre zum Normalsatz steuerbaren gastgewerblichen Leistungen im Sinne einer Vereinfachung mit einer Pauschale abrechnen. Diese Vereinfachung ist möglich für kleine Betriebe, die über höchstens 20 Sitz- oder Stehplätze (je Filiale, Verkaufsstation usw.) verfügen. Das Gleiche gilt beim Durchführen von bestimmten Anlässen.

Diese Pauschalregelung hat den Vorteil, dass die organisatorischen Massnahmen bei Verkäufen von Nahrungsmitteln zum Mitnehmen (Verkauf über die Gasse / Take away) nicht getroffen werden müssen. Die Anwendung der Pauschale ist freiwillig. Wenn sich eine steuerpflichtige Person für diese Vereinfachung entschliesst, ist diese Vorgehensweise während mindestens einer Steuerperiode anzuwenden. 

↑ Stehen den Kunden mehr als 20 Sitz- oder Stehplätze zur Verfügung, kann die Pauschalregelung nicht angewendet werden. In diesen Fällen sind die geeigneten organisatorischen Massnahmen ( Ziff. 1.3.2 und 1.3.3) zu treffen.

a) Gemischte Betriebe
Als gemischte Betriebe gelten beispielsweise Bäckereien, Metzgereien, Tankstellenshops, Lebensmittelverkaufsstellen in Bädern und auf Campingplätzen sowie Kioske, bei denen der eigentliche Ladenumsatz im Vergleich zum Take-away-Umsatz (zum unmittelbaren Konsum bestimmte Nahrungsmittel) überwiegt. Das ist dann der Fall, wenn der Ladenumsatz mehr als 50 % des Gesamtumsatzes ausmacht.

Vereinfachung
Die zum Normalsatz zu versteuernden Umsätze aus gastgewerblichen Leistungen mit Steh- und/oder Sitzplätzen können mit einer Steh- und/ oder Sitzplatzpauschale von 60 Franken (inkl. MWST) pro Tag (an dem der Betrieb geöffnet hat) und pro Platz ermittelt und versteuert werden. 

b) Imbissbars / -stände und Anlässe 
Als Imbissbars / -stände gelten beispielsweise Wurst-, Kebab-, Pizza- oder Poulet-Lokalitäten (inkl. Getränkeverkauf) sowie Imbissbars / -stände in Bädern oder auf Campingplätzen, deren Umsätze aus dem Verkauf über die Gasse / Take away mehr als 50 % des Gesamtumsatzes betragen. 

Unter dem Begriff Anlässe sind Veranstaltungen aller Art zu verstehen, bei denen sich die Besucher während einer kurzen, vorbestimmten Zeit (in der Regel in der Pause) verpflegen können. Dazu gehören beispielsweise Film-, Theater- und Zirkusvorführungen, Konzerte, Shows und Sonderveranstaltungen wie Fussball- oder Eishockeyspiele mit einem zeitlich festgelegten, programmmässigen Ablauf (Beginn, Pausen, Ende).

Anlässe, bei denen sich die Besucher über eine längere Dauer - meist während des ganzen Anlasses - verpflegen können (z.B. Sportturniere, Film- oder Musikfestivals), können die Pauschalregelung nicht anwenden.

Vereinfachung

In einem ersten Schritt werden die zum Normalsatz zu versteuernden Umsätze aus dem Verkauf von Genussmitteln (alkoholische Getränke und Tabakwaren) und Non-Food-Artikeln aufgrund einer Zuschlagskalkulation ermittelt und versteuert. Voraussetzung dafür ist die Erfassung des entsprechenden Warenaufwandes auf separaten Konti. Die derart ermittelten Umsätze werden in einem zweiten Schritt vom Gesamtumsatz in Abzug gebracht. Vom verbleibenden Umsatz sind bei Imbissbars / -ständen 50 % zum Normalsatz und 50 % zum reduzierten Satz, bei Anlässen 20 % zum Normalsatz und 80 % zum reduzierten Satz zu versteuern. 

Steuersatzaufteilung bei Imbissbs und -ständen: 

Steuersatzaufteilung bei Anlässen:


Schema zur Abklärung, ob die (freiwillige) Pauschalregelung im Zusammenhang mit Nahrungsmittelverkäufen zum Mitnehmen ( Verkauf über die Gasse / Take away ) angewendet werden kann: 



(1.3.5)  Bäckerei / Konditorei / Confiserie mit Tea-Room

Bei einer Bäckerei / Konditorei / Confiserie mit Tea-Room (nachfolgend Bäckerei genannt) gelten folgende Regelungen:
  • Die Einnahmen aus dem Verkauf von Nahrungsmitteln, die von den Kunden im Tea-Room konsumiert werden, sind als Entgelt für die gastgewerbliche Leistung zum Normalsatz zu versteuern. Dies gilt ungeachtet dessen, ob der Gast die Nahrungsmittel in der Bäckerei selbst an der Theke entgegennimmt oder ob ihm diese durch das Personal des Tea-Rooms serviert werden.
  • Der Verkauf von Nahrungsmitteln an jene Kunden, welche die Nahrungsmittel nicht im Tea-Room konsumieren, ist hingegen zum reduzierten Satz steuerbar.
  • Die Umsätze sind getrennt zu ermitteln und in den Geschäftsbüchern separat auszuweisen (z.B. Umsatz Bäckerei und Umsatz Tea-Room).
Bezüglich der getrennten Ermittlung der Umsätze für das Tea-Room und die Bäckerei stehen der steuerpflichtigen Person beispielsweise folgende Möglichkeiten offen:
  • Die dem Tea-Room-Gast aus der Bäckerei mitgegebenen Nahrungsmittel zur Konsumation im Tea-Room können auf einer entsprechend programmierbaren Kasse (z.B. Registrier- oder Spartenkasse) oder an einer zweiten Ladenkasse erfasst werden. Die Anforderungen an die Coupons / Kassenzettel gemäss Ziffer 1.3.2 gelten sinngemäss.
  • Dem Tea-Room-Gast können für die aus der Bäckerei mitgegebenen Nahrungsmittel zur Konsumation im Tea-Room Bezugschecks abgegeben werden. Der Kunde bezahlt anschliessend diese Nahrungsmittel beim Service-Personal aufgrund der Bezugschecks. Eine fortlaufend vor nummerierte Kopie dieser Bezugschecks wird aufbewahrt. Die entsprechenden Einnahmen werden täglich addiert und das Total als gastgewerblicher Umsatz (Normalsatz) verbucht.
↑ Verfügt das Tea-Room über höchstens 20 Sitz- oder Stehplätze, kann die Pauschalregelung angewendet werden ( Ziff. 1.3.4). 

(2)   Eigenkonsum der Familien- und Firmenangehörigen, Verpflegung des Personals in gastgewerblichen Betrieben; Bewirtung bestimmter Personengruppen (Art. 3 Bst. h, Art. 24 und 31 MWSTG sowie Art. 47 MWSTV)

(2.1)   Grundsätzliches

Bei der Verpflegung des Einzelfirmeninhabers, eng verbundener Personen (z.B. Inhaber einer massgebenden Beteiligung), des Personals und der Familienangehörigen sowie bei der Bewirtung bestimmter Personengruppen wird in mehrwertsteuerlicher Hinsicht grundsätzlich unterschieden, ob es sich um eine entgeltliche oder unentgeltliche (Eigenverbrauch) Leistung handelt.

Über die Abgrenzungskriterien orientiert die MWST-Info Privatanteile.

Bezüglich der Verpflegung von freiwilligen Helfern und offiziellen Gästen bei Anlässen geben die MWST-Branchen-Infos Kultur und Sport Auskunft.

(2.2)   Verpflegung in gastgewerblichen Betrieben

(2.2.1)  Verpflegung des Einzelfirmeninhabers und seiner nicht im Betrieb mitarbeitenden Familienangehörigen, Freunden und Bekannten

Für die Ermittlung des Werts der Verpflegung des Einzelfirmeninhabers und seiner nicht im Betrieb mitarbeitenden Familienangehörigen, Freunden und Bekannten können die Werte gemäss Merkblatt N1 (zurzeit gültige Fassung N1/2007) der Direkten Bundessteuer berücksichtigt werden ( Anhang III.).

Wenn eine steuerpflichtige Person diese Vereinfachung nicht anwenden möchte, kann sie die Versteuerung effektiv vornehmen. In diesem Fall führt sie geeignete, leicht überprüfbare Aufzeichnungen.

Macht die steuerpflichtige Person von der Vereinfachung Gebrauch, gelten die im Merkblatt N1 der Direkten Bundessteuer aufgelisteten Pauschalbeträge (z.B. für Erwachsene 6’480 Franken pro Jahr bzw. 540 Franken pro Monat). Diese Ansätze, die als brutto (inkl. MWST) zu verstehen sind, können auch auf die einzelnen Mahlzeiten aufgeteilt werden. In diesem Fall gelten pro Mahlzeit und Person die folgenden Mahlzeitenansätze:
  • Frühstück CHF 3.00
  • Mittagessen CHF 8.00
  • Abendessen CHF 7.00

Ob die Jahres- beziehungsweise Monatspauschale oder die Mahlzeitenansätze gewählt werden, ist der steuerpflichtigen Person überlassen. Da es jedoch bei der Berechnung der Vorsteuerkorrektur der vorgenannten Beträge darauf ankommt, welche Personen verpflegt werden, empfiehlt die ESTV aus Praktikabilitätsgründen, nach Möglichkeit die Jahres- beziehungsweise Monatspauschalen anzuwenden. Denn je nach Personengruppe kommen unterschiedliche Steuersätze zur Anwendung.

Dabei gilt es die folgenden Personengruppen zu unterscheiden: 
  • Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten18. Altersjahr (zur Abgrenzung dient das Kalenderjahr; bis Ende des Jahres, in welchem der Jugendliche 18-jährig wird, gilt er als unter 18-jährig): Für den gesamten Betrag ist eine Vorsteuerkorrektur zum reduzierten Satz vorzunehmen. 
  • Erwachsene:
    Vorsteuerkorrektur : 2/3 zum reduzierten Satz und 1/3 zum Normalsatz.
Allfällige Entnahmen von Tabakwaren sind in den obgenannten Ansätzen nicht enthalten. Bei solchen Entnahmen ist die Vorsteuerkorrektur immer zum Normalsatz vorzunehmen.

Die mit obigen Ansätzen ermittelten Beträge sind von der steuerpflichtigen Person mindestens einmal pro Jahr als Vorsteuerkorrektur (Eigenverbrauch) zum jeweiligen Steuersatz zu deklarieren.

(2.2.2)  Verpflegung des nicht im Betrieb mitarbeitenden Inhabers einer massgebenden Beteiligung (z.B. Aktionäre, Stammanteilinhaber oder Teilhaber von Personengesellschaften) und dessen nicht im Betrieb mitarbeitenden Familienangehörigen, Freunden und Bekannten sowie von Freunden und Bekannten des im Betrieb mitarbeitenden Inhabers einer massgebenden Beteiligung

Bei der Verpflegung dieser Personen handelt es sich um entgeltliche Leistungen. Da es sich bei den genannten Personen um eng verbundene Personen handelt, gilt als Entgelt mindestens der Wert, der unter unabhängigen Dritten vereinbart würde (Art. 24 Abs. 2 MWSTG), und zwar unabhängig davon, ob die betreffenden Personen etwas für die Verpflegung bezahlen oder nicht. Auf diesem Wert ist die Steuer zum Normalsatz zu entrichten. Müssen die eng verbundenen Personen mehr als den Drittpreis bezahlen, ist auf diesem höheren Betrag die Steuer zu entrichten.

(2.2.3)  Verpflegung des Personals

(2.2.3.1) Grundsätzliches

Bei entgeltlichen Leistungen an das Personal ist die Steuer vom tatsächlich empfangenen Entgelt zu berechnen (Art. 47 Abs. 1 MWSTV). Leistungen an das Personal, die im Lohnausweis zu deklarieren sind, gelten als entgeltlich erbracht. Die Steuer ist in diesem Fall von dem Betrag zu berechnen, der auch für die direkten Steuern massgebend ist. Leistungen, die im Lohnausweis nicht zu deklarieren sind, gelten als nicht entgeltlich erbracht, und es wird vermutet, dass für ihre Erbringung ein unternehmerischer Grund besteht (Art. 47 Abs. 2 und 3 MWSTV).

Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich beim Personal um eng verbundene Personen handelt oder nicht (Art. 47 Abs. 5 MWSTV).

Wird das Personal gratis verpflegt, ist im Lohnausweis der Wert gemäss den im Merkblatt N2 (zurzeit gültige Fassung N2/2007) der Direkten Bundessteuer ( Anhang IV.) aufgelisteten Pauschalbeträgen auszuweisen. Diese Beträge gelten - wie erwähnt - auch für die Berechnung der MWST. 

Wird dem Personal für die gewährte Verpflegung ein Abzug vom Lohn gemacht, der mindestens den Ansätzen gemäss Merkblatt N2 entspricht, ist im Lohnausweis nichts zu deklarieren.

Aufgrund dieser Ausführungen gelten bei der Personalverpflegung in gastgewerblichen Betrieben die in den nachfolgenden beiden Ziffern aufgeführten Regelungen.

(2.2.3.2)  Gratisverpflegung des Personals (inkl. mitarbeitende Familienangehörige, mitarbeitende Firmenangehörige oder andere mitarbeitende eng verbundene Personen)

Die steuerpflichtige Person hat für die Gratisverpflegung des Personals die im Merkblatt N2 der Direkten Bundessteuer genannten Pauschalbeträge pro Mahlzeit und Person zum Normalsatz zu versteuern. Diese Ansätze sind als brutto (inkl. MWST) zu verstehen. Es handelt sich um folgende Mahlzeitenansätze:

Frühstück CHF 3.50
Mittagessen CHF 10.00
Abendessen CHF 8.00

Es ist zu beachten, dass bei Direktoren und Geranten von Betrieben des Gastgewerbes die Ansätze gemäss Merkblatt N1 der Direkten Bundessteuer gelten.

(2.2.3.3) Dem Personal wird für die Verpflegung ein Abzug vom Lohn gemacht

Wenn die steuerpflichtige Person dem Personal für die Verpflegung einen Abzug vom Lohn macht, hat sie diesen Betrag zum Normalsatz zu versteuern. Es ist zu beachten, dass der Lohnabzug mindestens den Ansätzen gemäss Merkblatt N2 der Direkten Bundessteuer entsprechen muss. Ist der Abzug vom Lohn kleiner als die Ansätze gemäss Merkblatt N2, hat die steuerpflichtige Person den Differenzbetrag zusätzlich zum Lohnabzug zum Normalsatz zu versteuern. Alle Beträge sind als brutto (inkl. MWST) zu verstehen.

(2.2.4)  Bewirtung bestimmter Personengruppen (Maisonbuchungen)

Im Gastgewerbe werden aus verschiedensten Gründen Personen gratis verpflegt. Diese kostenlosen Verpflegungen (Gratisleistungen) werden als sogenannte Maisonbuchungen erfolgsneutral erfasst und sind wie folgt zu behandeln:
  • Geschenke, die nicht im Rahmen einer gastgewerblichen Leistung abgegeben werden (z.B. Flasche Wein aus dem Weinkeller)
    Es handelt sich um unentgeltliche Zuwendungen. Bis zum Betrag von 500 Franken pro Empfänger und Jahr hat dies keine steuerlichen Konsequenzen (vgl. aber den nächsten Absatz).
    Übersteigt der Wert 500 Franken, muss der unternehmerische Grund für die unentgeltliche Zuwendung nachgewiesen werden.
    Die Grenze von 500 Franken ist als Freigrenze und nicht als Freibetrag zu verstehen. Wird dieser Betrag überschritten und liegt kein unternehmerischer Grund vor, ist auf dem ganzen Betrag die Vorsteuerkorrektur vorzunehmen, d.h. es ist nicht nur der 500 Franken übersteigende Betrag zu berücksichtigen (vgl. Art. 31 Abs. 2 Bst. c MWSTG). 
  • Gratisverpflegung von Mitarbeiter von Lieferanten
    Diese Gratisverpflegung ist im unternehmerischen Bereich anzusiedeln und hat keine steuerlichen Konsequenzen.
  • Gratisverpflegung von Reiseleitern, Buschauffeuren und Stammgästen
    Werden bei Gruppenreisen Reiseleiter und Buschauffeure unentgeltlich verpflegt, sind diese Leistungen einem Naturalrabatt gleichgestellt. Auch die Gratisverpflegung von Stammgästen gilt als Naturalrabatt. Dies hat keine steuerlichen Konsequenzen.
  • Kostenlose Probeessen (z.B. für eine Hochzeit) sowie Gratisverpflegung von Mitarbeitern von Reisebüros, Fluggesellschaften
    Es handelt sich um Warenmuster zu Zwecken des Unternehmens. Dies hat keine steuerlichen Konsequenzen.

(3)  Verpflegung in nicht gastgewerblichen Betrieben (z.B. in Kantinen, Schulmensen und Bildungszentren)

Bezüglich der Verpflegung in nicht gastgewerblichen Betrieben sind die Ausführungen in den MWST-Infos Privatanteile sowie Steuerbemessung und Steuersätze zu beachten. Dort finden sich insbesondere Ausführungen zur Automaten- und Kantinenverpflegung.

Die MWST wird vom tatsächlich empfangenen Entgelt berechnet (Art. 24 Abs. 1 MWSTG). Als Entgelt gilt der Vermögenswert, den der Empfänger oder an seiner Stelle eine Drittperson für den Erhalt einer Leistung aufwendet (Art. 3 Bst. f MWSTG). Zum Entgelt gehören namentlich auch der Ersatz aller Kosten, selbst wenn diese gesondert in Rechnung gestellt werden, sowie die von der steuerpflichtigen Person geschuldeten öffentlich-rechtlichen Abgaben.

Wenn der Betreiber einer Kantine in Schulmensen, Bildungszentren, Ferienheimen usw. Zuschüsse oder Beiträge zum Defizitausgleich erhält, handelt es sich um zusätzliches Entgelt. Dieses Entgelt unterliegt der MWST zum Normalsatz.

Beispiele
  • Ein Unternehmen übernimmt Ende Jahr das Defizit der Betriebskantine, die von einem Dritten betrieben wird.
  • Ein Unternehmen bezahlt die Löhne der Angestellten der Betriebskantine, die von einem Dritten betrieben wird.
  • Pro Mittagessen in der Mensa bezahlt der Kanton an den Betreiber der Kantine einen Beitrag von 5 Franken.
 Für weitere Ausführungen zur Verpflegung in Kantinen ist die MWST-Info Privatanteile zu beachten.

(4)   Diverse andere Leistungen im Gastgewerbe

(4.1)   Musik-, Zigaretten-, Spiel- und sonstige Automaten sowie Betrieb von Bowling- und Kegelbahnen, Billardtischen und Dart

a) Automaten für Musik, Zigaretten, Spiele, Zeitungen usw.:
        Betreibt der Gastwirt oder Hotelier die Automaten selber, so hat er die Einnahmen zum entsprechenden Steuersatz zu versteuern. Bezüglich Steuersätze orientiert die MWST-Info Steuerbemessung und Steuersätze.
        Stellt ein Automatenbetreiber in einem Restaurant oder einem Hotel Automaten auf, so erzielt nur der Automatenbetreiber selber Umsätze aus dem Betrieb solcher Automaten. Als zu versteuerndes Entgelt gilt bei (Geschicklichkeits-)Geldautomaten der im Gerät
            verbleibende Spielertrag (die Differenz zwischen den Spieleinsätzen und den ausbezahlten Gewinnen). Der Gastwirt oder Hotelier hat lediglich die Provisionen (z.B. in Form von Umsatzbeteiligungen), die er vom Automatenbetreiber für das Aufstellen der Geräte erhält, zum
            Normalsatz zu versteuern.

b) Billard, Dart, Kegeln und Bowling sowie Vermietung dieser Anlagen:
         Beim Billard, Kegeln und Bowling handelt es sich um sportliche Tätigkeiten. Die Entgelte zur Teilnahme an solchen Veranstaltungen sind gemäss Artikel 21 Absatz 2 Ziffer 15 MWSTG von der Steuer ausgenommen.
        Die Vermietung von Bowling- oder Kegelbahnen ist gemäss Artikel 21 Absatz 2 Ziffer 21 Buchstabe d MWSTG von der Steuer ausgenommen, da es sich um die Vermietung von Sportanlagen handelt.
        Die Vermietung von Billardtischen oder Dartscheiben ist hingegen zum Normalsatz steuerbar, da ein Raum mit Billardtischen oder Dartscheiben nicht als Sportanlage betrachtet wird. Das Mietentgelt ist selbst dann zum Normalsatz zu versteuern, wenn die Vermietung an den
           Veranstalter eines Turniers oder an einen Verein für das Training erfolgt.

→ Für weitere Einzelheiten ist die MWST-Branchen-Info Sport zu beachten.

(4.2)   Vermietung von Räumlichkeiten im Hotel- und Gastgewerbe

Das Entgelt aus der Vermietung von Räumlichkeiten (z.B. Saal oder Küche) im Hotel- und Gastgewerbe unterliegt der MWST zum Normalsatz (Art. 21 Abs. 2 Ziff. 21 Bst. a MWSTG).

(4.3)   Veranstaltungen wie Theateraufführungen, Musik- und Tanzabende

Das vom Publikum bezahlte Entgelt für eine kulturelle Dienstleistung ist gemäss Artikel 21 Absatz 2 Ziffer 14 MWSTG dann von der Steuer ausgenommen, wenn diese unmittelbar vor Publikum erbracht und hierfür ein besonderes Entgelt verlangt wird.

Erhebt der Gastwirt für den Auftritt eines von ihm engagierten Künstlers kein besonderes Entgelt in Form eines für die Gäste erkennbaren, separat ausgewiesenen Zuschlags auf der Konsumation, etwa durch spezielle Getränke- und Speisekarten mit höheren Preisen, liegt keine von der Steuer ausgenommene kulturelle Dienstleistung vor. Das gesamte von den Gästen bezahlte Entgelt ist zum Normalsatz zu versteuern.

Sind die Voraussetzungen der Kombinationsregelung gemäss Artikel 19 Absatz 2 MWSTG erfüllt, kann diese auch auf den im Rahmen der hiervor beschriebenen Veranstaltungen erbrachten Leistungen angewendet werden.

Über kulturelle Darbietungen im Allgemeinen gibt die MWST-Branchen-Info Kultur Auskunft.

(4.4)   Kommerzielle Ausstellungen

Eintrittsgelder zum Besuch von kommerziellen Ausstellungen unterliegen der Steuer zum Normalsatz. Als solche sind nebst Warenmessen auch Ausstel-lungen zu verstehen, die der Bekanntmachung von Produkten dienen.

(4.5)   Kunstwerke

Bezüglich des Verkaufs von Kunstwerken orientiert die MWST-Branchen-Info Kultur.

(4.6)   Gastgewerbliche Leistungen an ein Reisebüro

Werden gastgewerbliche Leistungen (z.B. Verpflegung einer Reisegruppe am Mittag) an ein Reisebüro erbracht, das diese im eigenen Namen an seine Kunden weiterverkauft, versteuert der Gastwirt das vom Reisebüro bezahlte Entgelt zum Normalsatz. 

Provisionszahlungen, die der Gastwirt an Reisebüros, Verkehrsvereine usw. für das Zuführen von Kunden ausrichtet, gelten nicht als Entgeltsminderung. Solche Zahlungen werden als Aufwand verbucht.

Werden die Leistungen des Gastwirtes mit denjenigen des Reisebüros in einem Beleg verrechnet, ist für die korrekte steuerliche Behandlung die MWST-Info Buchführung und Rechnungsstellung zu beachten.

(4.7)   Blumenverkäufe und Tischdekorationen

Werden Blumen von einem Dritten im Restaurant zum Kauf angeboten, liegt eine Lieferung zwischen dem Dritten und dem Gast vor.

Die Tischdekoration gehört grundsätzlich zum Entgelt für die gastgewerbliche Leistung und unterliegt der MWST zum Normalsatz. Handelt es sich bei den Tischdekorationen jedoch um Blumensträusse, -arrangements und dergleichen, können diese - bei separater Fakturierung - zum reduzierten Satz versteuert werden. Näheres dazu in der MWST-Branchen-Info Gärtner und Floristen.

(4.8)   Debouren

Unter Debouren werden Auslagen verstanden, die der Gastwirt für seine Gäste für kleine Besorgungen wie beispielsweise Blumen, Geschenke oder Taxi tätigt (Art. 24 Abs. 6 Bst. b MWSTG).

Diese Besorgungen werden dann nicht dem Gastwirt beziehungsweise dem Hotelier zugeordnet, wenn er dem Gast diese Auslagen unter der Position Debouren und ohne Zuschlag in Rechnung stellt. Voraussetzung dafür ist, dass
  • der betreffende Kreditorenbeleg am Doppel der Kundenrechnung angeheftet ist oder sich auf andere Weise schnell und zuverlässig dem entsprechenden Beleg zuordnen lässt; und
  • der Gastwirt beziehungsweise Hotelier keinen Vorsteuerabzug auf diesen Auslagen vorgenommen hat.
Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, hat der Gastwirt beziehungsweise Hotelier das gesamte Entgelt zum massgebenden Satz zu versteuern.

(4.9)   Taxe für die Verlegung der Polizeistunde

Ist der Gastwirt nach den örtlichen Bestimmungen abgabepflichtig, gehört die seinem Gast weiterverrechnete Taxe als Kostenfaktor zum steuerbaren Entgelt. Dies selbst dann, wenn die Taxe gesondert in Rechnung gestellt wird.

(4.10)  Lieferverträge (z.B. Bierverträge)

Zwischen (Bier-, Wein-, Mineralwasser-, Lebensmittel-) Lieferanten und gastgewerblichen Betrieben werden oft Lieferverträge abgeschlossen, die dem Lieferanten das exklusive Lieferrecht für eine bestimmte Dauer einräumen. Als Gegenleistung für die Einräumung dieses Rechts erhält der Gastgewerbebetrieb eine Geldzahlung (z.B. zinsloses oder verzinsliches Darlehen, Einmalzahlung) oder eine Sachleistung (z.B. Buffetanlage, Kühlschränke, Getränkeautomaten).

Ein solcher Liefervertrag ist üblicherweise auf eine bestimmte jährliche Abnahmemenge ausgelegt (z.B. 100 Hektoliter Bier). Aufgrund dieser Abnahmemenge wird der Rabatt festgelegt, den der Gastwirt auf dem Gastropreis beim Bezug des entsprechenden Produktes erhält. Diese Leistungen werden vom Gastwirt steuerlich wie folgt behandelt:
  • Rückzahlbares, verzinsliches Darlehen
    Das Darlehen wird vom Gastwirt als Passivdarlehen verbucht. Weder das Darlehen noch der Zins haben steuerliche Auswirkungen.
  • Rückzahlbares, zinsloses Darlehen
    Das Darlehen wird vom Gastwirt als Passivdarlehen verbucht. Der nicht zu bezahlende Zins stellt grundsätzlich das Entgelt dafür dar, dass er dem Lieferanten das exklusive Lieferrecht einräumt. Der nicht zu bezahlende Zins ist hier jedoch nicht zu versteuern.
  • Einmalzahlung
    Die Einmalzahlung stellt beim Gastwirt das Entgelt für das dem Lieferanten eingeräumte Exklusivrecht dar und ist von ihm im Zeitpunkt des Erhalts zum Normalsatz zu versteuern. Dem Lieferanten steht unter den Voraussetzungen von Art. 28 ff. MWSTG der Vorsteuerabzug zu.
  • Sachleistungen
    Die ESTV stellt generell auf die zivilrechtliche Vereinbarung zwischen den beteiligten Parteien ab.
Der Lieferant stellt dem Gastwirt beispielsweise eine Buffetanlage gratis zur Verfügung, weil er mit dem Lieferanten eine exklusive Bezugsverpflichtung eingeht. Der Gegenstand bleibt im Eigentum des Lieferanten (Gratis -Vermietung) oder geht nach Ablauf der Vertragsdauer ins Eigentum des Gastwirtes über (Gratis-Verkauf). Die Einräumung dieses Exklusivrechts ist zum Normalsatz zu versteuern. Dabei ist wie folgt vorzugehen:

Zunächst hat der Gastwirt den Wert der fertig montierten Anlage durch die Anzahl Jahre der Vertragsdauer zu dividieren. Der so ermittelte jährliche Wert ist während der Vertragsdauer einmal pro Jahr als Entgelt für das dem Lieferanten eingeräumte Exklusivrecht zu verbuchen und zum Normalsatz zu versteuern. Der Lieferant kann den Vorsteuerabzug im Rahmen seiner unternehmerischen Tätigkeit vornehmen.

Aus mehrwertsteuerlicher Sicht spielt es keine Rolle, ob der Gegenstand am Schluss der Vertragsdauer im Eigentum des Lieferanten bleibt oder nicht.
  • Mehrvergütungen oder Nachforderungen durch den Lieferanten
    Wenn der Gastwirt mehr als die vereinbarte Abnahmemenge bezieht, vergütet ihm der Lieferant Ende Jahr in Abhängigkeit des mengenmässigen Mehrbezugs einen bestimmten Betrag. Diese Vergütung stellt beim Gastwirt einen Umsatzbonus (Aufwandminderung mit Vorsteuer-abzugskorrektur) und beim Lieferanten eine Entgeltsminderung (Korrektur der Umsatzsteuer) dar.

    Falls dagegen der Gastwirt weniger als die vereinbarte Abnahmemenge bezieht, stellt der Lieferant eine Nachforderung. Der Gastwirt kann einerseits die Vorsteuer auf die ihm in Rechnung gestellte Nachforderung des Lieferanten geltend machen. Andererseits muss der Lieferant diese Nachforderung zum entsprechenden Steuersatz versteuern.

Teil II Beherbergungsleistungen

(5)   Begriffe Hotellerie / Parahotellerie

Beherbergungsleistungen sind gemäss Artikel 25 Absatz 4 MWSTG zum Sondersatz steuerbar. Unter diesen Sondersatz fallen jene Beherbergungsleistungen, die durch Hotel- und Kurbetriebe sowie durch die Parahotellerie erbracht werden.

Als Hotelbetriebe gelten Hotels, Gasthäuser mit Gastbetten, Garnibetriebe, Motels, Ferienpensionen und Aparthotels sowie Hotelschiffe ( Ziff. 10.3).

Als Kurbetriebe gelten Kurhäuser, Höhensanatorien, Bäderkliniken und Heilbäder. Das nachstehend Gesagte gilt für sie jedoch nur insoweit, als ihre Beherbergungsleistungen nicht im Rahmen einer von der Steuer ausgenommenen Heilbehandlung erbracht werden ( MWST-Branchen-Info Gesundheitswesen).

Die Parahotellerie umfasst die Vermietung von Ferienhäusern, Ferienwohnungen und Gästezimmern, den Betrieb von Jugendherbergen, das Anbieten von Schlafgelegenheiten in Internaten (soweit steuerbar, MWST-Branchen-Info Bildung), Massenlagern und SAC-Hütten sowie das Vermieten von Zelt- und Wohnwagenplätzen inklusive allfälliger benützungsbereit aufgestellter Zelt- und Wohnwagenanlagen.

 Im Sinne einer Vereinfachung wird in dieser Publikation in der Regel nur der Begriff Hotel verwendet. Die Ausführungen gelten sinngemäss für alle vorstehend erwähnten Betriebe.

(6)   Unterscheidung Beherbergungsleistungen und übrige Leistungen

Die von der Hotellerie und Parahotellerie erbrachten Leistungen sind teils zum Sondersatz, teils zum Normalsatz und in Ausnahmefällen auch zum reduzierten Satz steuerbar. Die dem Sondersatz unterliegende Beherbergungsleistung umfasst neben der eigentlichen Beherbergung (Über- nachtung mit Frühstück) nur noch gewisse Nebenleistungen ( Ziff. 6.1.2 und 6.1.3).

 Unter Ziffer 6.3 werden die nachfolgenden Ausführungen in einer Tabelle zusammengefasst.

(6.1)   Beherbergungsleistungen (Sondersatz)

(6.1.1) Beherbergung

Als Beherbergung gilt die Gewährung von Unterkunft einschliesslich der Abgabe eines Frühstücks, selbst wenn dieses separat in Rechnung gestellt wird. Diese Leistungen sind zum Sondersatz steuerbar.

Das Frühstück kann jedoch nur dann zum Sondersatz versteuert werden, wenn es in direktem Zusammenhang mit der Übernachtung steht.

↑ Stellt das Hotel einem Gast, der nicht im Hotel übernachtet, ein Frühstück in Rechnung, ist das entsprechende Entgelt als gastgewerbliche Leistung zum Normalsatz zu versteuern.

(6.1.2) Nebenleistungen in direktem Zusammenhang mit der Beherbergung

Die mit der Beherbergung in direktem Zusammenhang stehenden, nachfolgend abschliessend aufgeführten Nebenleistungen können zum Sondersatz versteuert werden. Dies unabhängig davon, ob sie im Preis für die Übernachtung eingeschlossen sind oder separat fakturiert werden:
  • Zimmerreinigung;
  • Zurverfügungstellen von Bett- und Frottierwäsche;
  • Radio- und Fernsehbenützung (ohne Pay-TV); l Zugang zum Internet (ohne Benützungsgebühren);
  • Versorgung von Zelten, Wohnwagen und Motorhomes mit Strom, Kalt- und Warmwasser sowie Entsorgung von Abwasser und Kehricht;
  • Benützung der sanitären Anlagen (ohne Waschmaschine) auf Campingplätzen.
Werden solche Leistungen nicht vom Hotel, sondern von einem Dritten erbracht, der dem Gast im eigenen Namen Rechnung stellt, ist das Entgelt zum Normalsatz zu versteuern.

(6.1.3)  Erweiterte Nebenleistungen

Ebenfalls zum Sondersatz steuerbar sind Leistungen, wenn die beiden folgenden Bedingungen gemeinsam erfüllt sind: 
  • Die Leistungen werden innerhalb der Hotelanlage erbracht und vom Gast auch dort genutzt;
  • die Leistungen sind im Preis für die Beherbergung (Übernachtung mit Frühstück) inbegriffen, d.h. es wird kein zusätzliches Entgelt in Rechnung gestellt. Entscheidend ist, dass diese Leistungen alle Hotelgäste ohne Aufpreis in Anspruch nehmen können.
Beispiele
Parkplatz, Tennisplatz, Squash-Court, Badmintonplatz, Hotelhallenbad, Solarium, Sauna, Sprudelbad und/oder Whirlpool, Fitnessraum, Bocciabahn, Kegelbahn, TV-Raum, Bibliothek, im Zimmer des Hotelgastes übernachtende Tiere, Schuhputzservice.

Zur Hotelanlage gehören:
  • Hotelgebäude und allfällige Nebengebäude;
  • unmittelbare Umgebung (Garten, Parkplatz, Kinderspielplatz, Tennisplatz, Squash-Court, Badmintonplatz, Hotelschwimmbad usw.).
Nicht zur Hotelanlage gehören beispielsweise:
Bergbahn, Skilift und Skipiste, Langlaufloipe, Rodelbahn, Schlittelbahn, Kunsteisbahn, Curlinghalle, Golfplatz inklusive Driving Range, Go-Kart-Bahn, Pferdereitstall, Pferderennbahn, Kletterwand, Fussballplatz, Turnhalle.

Ausnahmen
Ebenfalls zu den erweiterten Nebenleistungen gehören, obwohl diese nicht innerhalb der Hotelanlage erbracht beziehungsweise in Anspruch genommen werden, sofern diese Leistungen für alle Hotelgäste im Preis für die Beherbergung eingeschlossen sind:
  • Der hoteleigene Taxidienst;
  • das Zurverfügungstellen von Velos;
  • die Benützungsmöglichkeit von Hallenbädern, Fitnessräumen und Wellnessanlagen in nahe gelegenen Hotels durch Gäste von Hotelbetrieben.
Die Benützungsmöglichkeit aller anderen Anlagen ausserhalb der Hotelanlage fällt nicht unter die erweiterten Nebenleistungen. Ebenfalls nicht darunter fällt die Benützungsmöglichkeit für öffentliche Hallenbäder oder öffentlich zugängliche Fitnessstudios usw.

(6.2)   Übrige Leistungen

Alle übrigen Leistungen, die nicht zu den Nebenleistungen ( Ziff. 6.1.2) oder erweiterten Nebenleistungen ( Ziff. 6.1.3) gehören und die separat fakturiert werden, sind je nach Art der Leistung zum Normalsatz beziehungsweise zum reduzierten Satz steuerbar oder von der Steuer ausgenommen.

Darunter fallen Leistungen, die
  • dem Hotelgast ausserhalb der Hotelanlage erbracht und von diesem auch dort genutzt werden (z.B. Skipass); 
  • dem Hotelgast innerhalb der Hotelanlage erbracht, von diesem aber zumindest teilweise ausserhalb genutzt werden (z.B. Vermietung Skis); 
  • dem Hotelgast innerhalb der Hotelanlage gegen ein zusätzliches Entgelt (Aufpreis) erbracht werden (z.B. Minibarbezüge);
  • an Personen erbracht werden, die nicht im Hotel übernachten.
 Mehr zum Begriff Hotelanlage unter Ziffer 6.1.3

Beispiele
für zum Normalsatz steuerbare Leistungen:
  • Mahlzeiten ausser das mit einer Übernachtung in direktem Zusammenhang stehende Frühstück (zu beachten ist aber die pauschale Ermittlung des Verpflegungsanteils bei Halbpensionsarrangements;  Ziff. 6.4.2.1);
  • zusätzliche Leistungen wie Telefongespräche, Minibarbezüge, Pay-TV, Internet-Benützungsgebühren, Bar, Coiffeur, Kosmetikerin, Sportmassage, Kleiderreinigung, Schlittenfahrten, Kutschenfahrten;
  • nicht im Preis für die Beherbergung inbegriffene Leistungen wie Parkplatz, Hallenbad, Solarium, Minigolfanlage, Taxidienst, Velomiete.
Beispiele
für zum reduzierten Satz steuerbare Leistungen:
  • Verkäufe von Nahrungsmitteln über die Gasse / Take away, ausgenommen sind aber Genussmittel (zum Normalsatz steuerbar);
  • im eigenen Namen erzielte Umsätze aus dem Verkauf von Zeitungen, Zeitschriften, Medikamenten und Blumen ( Ziff. 4.8 Debouren).
Beispiele
für von der Steuer ausgenommene Leistungen:
  • Nicht im Preis für die Beherbergung inbegriffene Leistungen wie die Vermietung von Bowling- und Kegelbahnen, Tennis- und Badminton-plätzen, Squash-Courts;
  • zusätzliche Leistungen wie die Durchführung eines Musikabends gegen Entgelt (Eintritt), Tanzkurse, Kinderbetreuung;
  • nicht im Preis für die Beherbergung inbegriffene Leistungen wie Billette für Konzerte, Theater usw.

(6.3)   Übersichtstabelle Beherbergungs- und übrige Leistungen

(6.4)  Kombinationen von Leistungen

(6.4.1)  Grundsätzliches zu Leistungskombinationen (Halb- und Vollpension, Packages und Leistungen von Seminarhotels = Seminarpauschalen)

Solange nur Leistungen nach Ziffer 6.1 erbracht werden, verursacht die Rechnungsstellung und Versteuerung in der Regel keine Schwierigkeiten.

In der Hotellerie ist es jedoch üblich, dass neben der Beherbergung noch weitere selbstständige Leistungen als ein einheitliches Ganzes (z.B. Halb- oder Vollpension, Packages, Seminarpauschalen) angeboten werden. Über Grundsätzliches zur steuerlichen Behandlung von solchen Leistungskombinationen gibt die MWST-Info Steuerobjekt Auskunft.

Der Hotelbetreiber kann für die steuerliche Behandlung von Leistungskombinationen grundsätzlich wählen zwischen
  • der effektiven Berechnung; oder
  • von der ESTV angebotenen vereinfachten Berechnungen mittels pauschaler Ermittlung (bei Vollpensionsarrangements und bei Leistungskombinationen von Seminarhotels).
Die steuerpflichtige Person hat sich für eine der beiden Varianten zu entscheiden und diese während einer ganzen Steuerperiode anzuwenden. Wechsel sind jeweils nur auf Beginn einer Steuerperiode möglich.

Besitzt eine Aktiengesellschaft mehrere Hotels, ist je Betrieb eine Variante zu wählen, sofern für jedes Hotel eine separate Buchhaltung erstellt und geführt wird.

↑ Hat sich der Hotelier für die Anwendung der pauschalen Ermittlung des Beherbergungs- und des Verpflegungsanteils entschieden, ist eine Anwendung der Kombinationsregelung von Artikel 19 Absatz 2 MWSTG ( Ziff. 6.4.3) ausgeschlossen.

Packages ( Ziff. 6.4.2.3) sind immer effektiv zu berechnen, die allenfalls enthaltene Halb- oder Vollpension kann jedoch pauschal ermittelt werden ( Ziff. 6.4.3.2). 

(6.4.2)  Definitionen

(6.4.2.1)   Halb- und Vollpensionsarrangements

Halb- und Vollpensionsarrangements werden im Voraus (spätestens beim Check-in) und für die gesamte Aufenthaltsdauer gebucht. Der Tagesansatz ist demnach immer gleich hoch. Ausserdem werden die Arrangementpreise vielfach in Inseraten oder Preislisten bekannt gegeben.

↑ Nicht um ein Halb- und Vollpensionsarrangement handelt es sich, wenn der Gast eine Übernachtung mit Frühstück gebucht hat und sich während seines Aufenthalts dazu entschliesst, eine oder mehrere Mahlzeiten im Hotelrestaurant einzunehmen.

(6.4.2.2)  Seminarpauschalen
Seminarhotels bieten in der Regel standardisierte Seminarpauschalen an, die ganz bestimmte, konkret umschriebene Leistungen beinhalten, wie beispielsweise: 
  • 1 Übernachtung inklusive Frühstück;
  • 1 Mittagessen;
  • 1 Abendessen;
  • 2 Kaffeepausen;
  • Mineralwasser in den Kursräumen;
  • Benützung eines Plenum- und eines Gruppenraums;
  • Standard-Technik (Hellraumprojektor, Leinwand, Flipchart, Beamer).
(6.4.2.3)   Packages

Packages sind Pakete (Leistungsbündel im Sinne des Bundesgesetzes vom 18. Juni 1993 über Pauschalreisen, SR 944.3), also dauernd beziehungsweise während einer bestimmten Periode geltende Angebote zu einem festen Preis. Solche Angebote richten sich in der Regel an Individualgäste. Sie beinhalten über das übliche reine Halb- beziehungsweise Vollpensionsarrangement hinausgehende Leistungen wie beispielsweise Konzerteintritte, begleitete Ausflüge in der Region oder Wellness. Als Angebot gilt die Ausschreibung in Prospekten, Katalogen, Inseraten, im Internet usw.

↑  Individuell zusammengestellte Leistungen, die unterschiedlichen Steuersätzen unterliegen, werden gesondert (separat) fakturiert ( Ziff. 11.1 Bst. a) und gelten nicht als Packages.

Spezialanlässe wie Tagungen, Seminare, Hochzeiten usw. gelten ebenfalls nicht als Packages. Dies gilt auch dann, wenn für einige Komponenten Pauschalpreise vereinbart werden.

(6.4.3)  Effektive Berechnung von Leistungskombinationen

Die wertmässige Aufteilung auf die verschiedenen selbstständigen Leistungen ist mit geeigneten Unterlagen (Kalkulationen) zu dokumentieren. Als kalkulatorischer Nachweis können die Betriebsabrechnung, Betriebsbuchhaltung und darauf basierende Berechnungen dienen. Ermittlungen auf Basis des Einzelmaterials mit empfohlenen Gemeinkostenzuschlägen von Branchenorganisationen reichen als kalkulatorischer Nachweis nicht aus ( jedoch Ziff. 6.4.3.1).

Die steuerpflichtige Person stellt bei Anwendung der effektiven Berechnung die einzelnen Leistungen getrennt in Rechnung. Die jeweiligen Leistungen unterliegen grundsätzlich dem massgebenden Steuersatz

Werden mehrere voneinander unabhängige Leistungen als Leistungskombinationen unter einem Titel (z.B. Halbpension, Seminarpauschale) zu einem zum Voraus bestimmten Pauschalpreis angeboten, bestehen jedoch folgende Möglichkeiten einer Steuersatzaufteilung:

Leistungskombinationen, die mindestens zu 70 % dem gleichen Steuersatz unterliegen (Art. 19 Abs. 2 MWSTG)
Bei solchen Leistungskombinationen kann das gesamte Entgelt steuerlich wie die überwiegenden Leistungen behandelt werden. Nicht anwendbar ist diese Regelung, wenn:
         Die Preise der einzelnen Leistungen dem Leistungsempfänger bekannt gegeben werden;
         die Gesamtheit der mehrwertsteuerlich gleichartigen Leistungen nicht mindestens 70 % ausmacht;
         in der Kombination von der Steuer ausgenommene Leistungen enthalten sind, für die gemäss Artikel 22 Absatz 2 MWSTG nicht optiert werden kann (Ausnahme: die von der Steuer ausgenommenen Leistungen machen mindestens 70 % aus).

↑  Eine Anwendung von Artikel 19 Absatz 2 MWSTG kann nur dann in Betracht kommen, wenn eine Leistung zu einem Pauschalpreis angeboten und dem Hotelkunden auch so in Rechnung gestellt wird. Das heisst, dass bei einer getrennten Rechnungsstellung der einzelnen Leistungen die Bestimmung nicht zur Anwendung gelangen kann.

Die Anwendung der Regelung von Artikel 19 Absatz 2 MWSTG ist freiwillig. Es steht dem Leistungserbringer natürlich frei, die einzelnen Leistungen separat in Rechnung zu stellen.

Leistungskombinationen, die weniger als zu 70 % dem gleichen Steuersatz unterliegen
Das Entgelt ist auf die entsprechenden Steuersätze aufzuteilen und mindestens steuerlich auszuweisen ( Ziff. 11.1 Bst. b).

Leistungen, die nicht in den Kombinationen enthalten sind (z.B. zusätzliche Verpflegung, Miete der Einstellhalle, Tennisstunden), sind separat zu fakturieren und zum massgebenden Satz zu versteuern.

Die vom Gast geschuldete Kurtaxe ist nicht zu versteuern, wenn sie separat in Rechnung gestellt wird (  Ziff. 7.11 und 11.1 Bst. a sowie Rechnungsbeispiele im Anhang II.). Die ESTV empfiehlt den Hoteliers, die Kurtaxen unter Ziffer 200 (Umsatz) und in der Rubrik Abzüge unter der Ziffer 280 (Diverses) der MWST-Abrechnung zu deklarieren.

Die vorstehenden Ausführungen gelten insbesondere auch für Vollpensionsarrangements und Seminarpauschalen. Besonderheiten der steuerlichen Behandlung von Halbpensionsarrangements und Packages sind den nachfolgenden Ziffern 6.4.3.1 und 6.4.3.2 zu entnehmen.

(6.4.3.1)   Halbpensionsarrangements

Im Sinne einer Vereinfachung wird bei reinen Halbpensionsarrangements (beinhaltend Übernachtung / Frühstück und eine Mahlzeit) davon ausgegangen, dass der Beherbergungsanteil wertmässig mindestens 70 % des Gesamtentgelts ausmacht, so dass das so gebuchte Arrangement pauschal fakturiert und zum Sondersatz versteuert werden kann. Es ist kein kalkulatorischer Nachweis zu erbringen (auch wenn für andere Leistungskombinationen die Beherbergungs- und Verpflegungsanteile effektiv berechnet und nachgewiesen werden müssen,  Ziff. 6.4.3). Ebenfalls als Halbpensionsarrangement gilt ein Angebot, das eine Übernachtung mit Brunch beinhaltet.

↑ Rechnungsbeispiel im Anhang II. (Beispiel 4)

Die unter dieser Ziffer genannte Vereinfachung kann auch dann angewendet werden, wenn Vollpensionsarrangements und Leistungen von Seminarhotels pauschal ermittelt werden ( Ziff. 6.4.4).

Stellt der Hotelier ein Halbpensionsarrangement dennoch getrennt in Rechnung, hat er auch bei einem Halbpensionsarrangement die einzelnen Leistungen zu den jeweiligen Steuersätzen zu versteuern.

(6.4.3.2)  Packages

Die ESTV setzt bei Packages voraus, dass diese in den Angeboten und Rechnungen mit einem speziellen Namen bezeichnet (z.B. Ski-Plausch Januar 2011) und die darin enthaltenen Leistungen mit detaillierten Einzelkalkulationen dokumentiert (z.B. Beherbergung, Skiabonnement, Skiunterricht usw.) werden. Die Einzelkalkulationen und die Kreditorenfakturen sind zu Kontrollzwecken im Rahmen der Verjährungsfrist aufzubewahren.

↑ Liegen für Packages keine detaillierten Kalkulationen vor, ist das gesamte Entgelt zum Normalsatz zu versteuern.

Enthält das Package auch Halb- und/oder Vollpension, kann die Aufteilung nur dieses Entgeltsanteiles wie folgt pauschal (kein kalkulatorischer Nachweis nötig) ermittelt werden:

Halbpension:     75 % Anteil Beherbergung     25 % Anteil Verpflegung
Vollpension:      65 % Anteil Beherbergung     35% Anteil Verpflegung

Leistungen, die nicht im Package enthalten sind (z.B. zusätzliche Verpflegung, Miete Einstellhalle, Tennisstunden), werden separat fakturiert und zum massgebenden Satz versteuert.

↑ Rechnungsbeispiele im Anhang II. (Beispiele 6 - 8)

Beträgt der kalkulatorisch nachweisbare Anteil der Beherbergung in einem Package 70 % oder mehr, kann das gesamte Package zum Sondersatz abgerechnet werden. Es ist dabei nicht schädlich, wenn im Laufe des Aufenthaltes Zusatzleistungen (z.B. Getränke, Pay-TV, Minibar) bezogen werden, welche nicht Teil des Packages sind und welche auf der Rechnung an den Gast separat ausgewiesen und zum entsprechenden Steuersatz versteuert werden.

↑ Rechnungsbeispiel im Anhang II. (Beispiel 5)

(6.4.4)  Pauschale Ermittlung von Leistungskombinationen

Die ESTV stellt für die Ermittlung des Beherbergungs- und des Verpflegungsanteils bei Vollpensionsarrangements und Seminarhotels Pauschalen zur Verfügung. Bei Anwendung dieser Pauschalen ist kein kalkulatorischer Nachweis zu erbringen.

↑  Will die steuerpflichtige Person die pauschale Ermittlung anwenden, gilt dies sowohl für Vollpensionsarrangements als auch für die Seminarpauschalen.

Die vom Gast geschuldete Kurtaxe ist nicht zu versteuern, wenn sie separat in Rechnung gestellt wird ( Ziff. 7.11 und 11.1 Bst. a sowie Rechnungsbeispiele im Anhang II.).

(6.4.4.1)   Vollpensionsarrangements

Vollpensionsarrangements werden in der Rechnung klar als solche gekennzeichnet. Die pauschale Aufteilung in einen Beherbergungsanteil ( Ziff. 6.1) und einen Verpflegungsanteil (Mittag- und Abendessen) kann wie folgt vorgenommen werden:


Der Beherbergungs- und der Verpflegungsanteil sind zumindest steuerlich getrennt auszuweisen ( Ziff. 11.1 Bst. b)

Sind die Getränke im Pensionspreis eingeschlossen, fallen sie unter die Pauschale. Dazu gehören nur die allfällig in den Mahlzeiten eingeschlossenen Getränke wie beispielsweise Tischwein, Mineralwasser oder Kaffee.

Die Pauschale darf nicht angewendet werden, wenn der Gast Übernachtung mit Frühstück oder ein reines Halbpensionsarrangement gebucht hat und sich während der Aufenthaltsdauer dazu entschliesst, eine oder mehrere Mahlzeiten im Hotelrestaurant einzunehmen. Solche Mahlzeiten werden getrennt in Rechnung gestellt und zum Normalsatz versteuert.

 Rechnungsbeispiel im Anhang II. (Beispiel 3)

(6.4.4.2)  Sonderregelung für Seminarhotels

Bei der Sonderregelung für Seminarhotels werden die entsprechenden Leistungen pauschal fakturiert und in der Rechnung klar als solche gekennzeichnet. Die Tagespauschale (gültig bis 31. Dezember 2009) entfällt, da ab 1. Januar 2010 der steuerpflichtige Gast auf dem Anteil für Verpflegung und Getränke 100 % der Vorsteuer abziehen darf.

Die pauschale Aufteilung der verschiedenen Leistungen kann wie folgt vorgenommen werden: 


Dieser Ansatz darf nur von Hotels angewandt werden, die standardisierte Pauschalen anbieten. Die entsprechenden Angebote, Preislisten usw. bewahrt die steuerpflichtige Person zusammen mit den übrigen Geschäftsunterlagen im Rahmen der Verjährungsfrist auf.

Alle anderen, über die Pauschalen hinaus erbrachten Leistungen (z.B. Miete für weitere Kursräume, zusätzliche Bewirtung an der Bar) werden gesondert fakturiert und zum massgebenden Satz versteuert.

 Rechnungsbeispiel im Anhang II. (Beispiel 10)

(7)   Diverse andere Leistungen im Hotelgewerbe

(7.1)   Vermietung von Ferienhäusern und -wohnungen

Betreffend die Vermietung von Ferienhäusern und -wohnungen orientiert die MWST-Branchen-Info Liegenschaftsverwaltung / Vermietung und Verkauf von Immobilien.

Werden eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus an ein Hotel vermietet, liegt eine von der MWST ausgenommene Vermietung und nicht eine Beherbergungsleistung vor.

(7.2)   Vermietung von Hotelzimmern durch ein Hotel an ein anderes Hotel

Stellt ein Hotel einem anderen Hotel ein oder mehrere Zimmer zur Verfügung (der eine Hotelier hilft beispielsweise dem anderen Hotelier, Kapazitätsengpässe zu überbrücken), liegt eine Beherbergungsleistung vor, die zum Sondersatz steuerbar ist.

Werden jedoch ein oder mehrere Zimmer oder gar ein ganzer Hoteltrakt von einem Hotel an ein anderes Hotel für eine bestimmte oder unbestimmte Zeit zur ausschliesslichen Benützung vermietet (d.h. der Mieter kann über die entsprechenden Zimmer im eigenen Namen und auf eigene Rechnung verfügen), liegt eine von der Steuer ausgenommene Vermietung nach Artikel 21 Absatz 2 Ziffer 21 MWSTG vor.

 Bezüglich einer allfälligen Nutzungsänderung siehe MWST-Info Nutzungsänderungen.

(7.3)   Vermietung von Campingplätzen und Mobilheimparks

Ungeachtet dessen, ob Stellplätze kurz- oder langfristig vermietet werden, unterliegt die Vermietung von Plätzen zum Aufstellen von Zelten, Wohnwagen, Wohnmobilen und Mobilheimen auf Campingplätzen und Mobilheimparks mit besonderen Einrichtungen (z.B. Duschen, Toiletten) der MWST zum Sondersatz für Beherbergungsleistungen.

Steuerbar zum Sondersatz ist auch die Überlassung von üblichen Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Wasch- und Duschräumen, Toiletten, Wasserzapfstellen, elektrischen Anschlüssen, Vorrichtungen zur Müllbeseitigung, Kinderspielplätzen). Dies gilt selbst dann, wenn diese Leistungen separat fakturiert werden. Das Entgelt für die Benützung der Waschmaschine ist hingegen zum Normalsatz zu versteuern.

Die Vermietung von Beherbergungsmöglichkeiten wie beispielsweise Wohnwagen oder Zimmern in mobilen Röhren (sog. Röhrenhotels) an den Betreiber eines Campingplatzes unterliegt der MWST zum Normalsatz. Es handelt sich dabei um die Vermietung einer Fahrnisbaute.

↑  Bei der Vermietung eines Wohnwagens, Campers oder Ähnlichem beispielsweise für eine Ferienreise handelt es sich ebenfalls um eine zum Normalsatz steuerbare Leistung.

(7.4)   Vermietung von Parkplätzen / Bootsplätzen

Das Entgelt für die Vermietung solcher Plätze ist grundsätzlich zum Normalsatz zu versteuern.

Weitere Informationen zur Vermietung von Parkplätzen sind der MWST-Branchen-Info Liegenschaftsverwaltung / Vermietung und Verkauf von Immobilien zu entnehmen.

(7.5)   Vermietung von Zimmern an das Personal

Das Entgelt aus der Vermietung von Zimmern an das Personal ist von der Steuer ausgenommen. Zusätzlich erbrachte Leistungen wie beispielsweise Zimmer- / Wohnungsreinigung, Waschen der Bettwäsche sind jedoch zum Normalsatz zu versteuern.

Die Aufwendungen für Unterhalt und Nebenkosten, die im Zusammenhang mit der von der Steuer ausgenommenen Zimmervermietung stehen, berechtigen nicht zum Vorsteuerabzug. Die Vorsteuerkorrektur auf den Nebenkosten (Beleuchtung, Heizung usw.) kann auch im Sinne einer annäherungsweisen Ermittlung wie folgt vorgenommen werden:

Für jedes vermietete Zimmer wird jährlich von einem Bruttowert von 600 Franken (inkl. MWST) beziehungsweise monatlich 50 Franken (inkl. MWST) ausgegangen. Auf diesen Beträgen ist die Vorsteuerkorrektur zum Normalsatz unter Ziffer 415 der MWST-Abrechnung zu berechnen und zu deklarieren.

(7.6)   Minibar

Die Einnahmen aus der Minibar im Hotelzimmer unterliegen der MWST zum Normalsatz.

(7.7)   Arrangementverkauf an Reisebüros

Ob ein Arrangement direkt an den Gast oder an ein im eigenen Namen handelndes Reisebüro verkauft wird, ändert nichts an der steuerlichen Beurteilung. In beiden Fällen unterliegt das vereinnahmte Entgelt dem massgebenden Steuersatz (z.B. Beherbergungsleistung zum Sondersatz, gastgewerbliche Leistung zum Normalsatz).

(7.8)   Provisionszahlungen an Reisebüros, Verkehrsvereine usw. für vermittelte Arrangements

Provisionszahlungen, die der Hotelier an Reisebüros, Verkehrsvereine usw. für das Zuführen von Kunden ausrichtet, gelten nicht als Entgeltsminderung. Solche Zahlungen werden als Aufwand verbucht.

Werden die Leistungen des Hoteliers mit denjenigen des Reisebüros in einem Beleg verrechnet, ist für die korrekte steuerliche Behandlung die MWST-Info Buchführung und Rechnungsstellung zu beachten. Hat das Reisebüro beziehungsweise der Verkehrsverein seinen Sitz im Ausland, handelt es sich um einen steuerbaren Bezug von Dienstleistungen von einem Unternehmen mit Sitz im Ausland ( MWST-Info Bezugsteuer). 

Das vom Gast zu bezahlende Entgelt für die Beherbergung unterliegt der MWST zum Sondersatz.

Beispiel
Ein Schweizer Reisebüro bucht im Namen und für Rechnung eines Kunden ein Zimmer und erhält dafür vom Hotelier eine Provision. Das Reisebüro versteuert die Provision zum Normalsatz. Der Hotelier seinerseits verbucht diese Provision als Aufwand und kann die in Rechnung gestellte und bezahlte MWST im Rahmen seiner unternehmerischen Tätigkeit als Vorsteuer geltend machen. Das volle vom Gast zu bezahlende Entgelt ist vom Hotelier zum Sondersatz zu versteuern.

(7.9)  Pay-TV, Internet-Benützungsgebühren, Vermietung von Bild-, Film- und Audiodatenträgern

Die entsprechenden Einnahmen sind zum Normalsatz zu versteuern.

(7.10)  Geldwechsel

Das Change-Geschäft ist von der Steuer ausgenommen. Die entsprechenden Aufwendungen berechtigen nicht zum Vorsteuerabzug.

(7.11)  Kur- und Beherbergungstaxen

Die Kurtaxen (z.B. auch Sporttaxen, Tourismusförderungsabgaben, Geschäftstaxen, Wirtschaftsförderungstaxen) sind öffentlich-rechtliche Abgaben, die der Gast schuldet. Die steuerpflichtige Person zieht diese ein und liefert sie dem zuständigen Gemeinwesen ab. Die Kurtaxen sind nicht zu versteuern, wenn die steuerpflichtige Person diese dem Gast in gleicher Höhe separat fakturiert und als solche bezeichnet ( Ziff. 11.1 Bst. a). Verzichtet die steuerpflichtige Person auf die separate Fakturierung, gehören diese Taxen zur Beherbergungsleistung und sind zum Sondersatz steuerbar. Der blosse steuerliche Ausweis dieser Taxen gilt nicht als gesonderte Fakturierung ( Ziff. 11.1 Bst. b).

Die kantonalen oder kommunalen Beherbergungstaxen, für welche die steuerpflichtige Person - und nicht der Gast - abgabepflichtig ist, sind hingegen - auch bei separater Fakturierung - Teil des Entgelts für die Beherbergung. Solche Taxen sind zum Sondersatz steuerbar.

↑  Werden nicht nur die Kurtaxen, sondern auch andere kantonale oder kommunale Abgaben (z.B. Beherbergungstaxen) unter dem Begriff Kurtaxen in Rechnung gestellt, entspricht dies nicht einer gesonderten Rechnungsstellung. Die Kurtaxe gehört somit zum Entgelt für die Beherbergung und ist zum Sondersatz steuerbar.

Die ESTV empfiehlt den Hoteliers, die Kurtaxen unter Ziffer 200 (Umsatz) und in der Rubrik Abzüge unter der Ziffer 280 ( Diverses) der MWST-Abrechnung zu deklarieren.

(7.12)  Bezahlung mit von Dritten herausgegebenen Vouchers

Es gibt Anbieter, die verschiedene Hotels im Angebot (Katalog, Internet) haben und die dem Gast Vouchers für Übernachtungen in diesen Hotels verkaufen. Der Gast muss jedoch vor der Anreise beim Hotel abklären, ob überhaupt ein Zimmer frei ist. Zudem verpflichtet sich der Gast, für einen vereinbarten Mindestbetrag Verpflegungsleistungen im Hotelrestaurant zu beziehen. Das Hotel erhält weder vom Verkäufer der Vouchers noch vom Gast ein Entgelt für die Beherbergungsleistung.

Wenn das Hotel an einem solchen Konzept teilnimmt und dem Gast kostenlose Beherbergung gewährt, ist nur das dem Gast in Rechnung gestellte Entgelt für die gastgewerbliche Leistung zum Normalsatz zu versteuern. Die kostenlose Beherbergung führt beim Hotelier nicht zu einer Vorsteuerkorrektur.

Da es sich um eine kostenlose Beherbergung handelt, ist auch das vom Gast für das Frühstück zu bezahlende Entgelt zum Normalsatz zu versteuern.

Beim Anbieter (Verkäufer) solcher Vouchers stellt das vom Gast bezahlte Entgelt die Gegenleistung für eine zum Normalsatz steuerbare Dienstleistung dar.


Teil III Gemeinsames

(8)   Entgelt

(8.1)   Allgemeines

Was alles zum Entgelt gezählt wird, insbesondere die Zahlung mit Kreditkarten, Wechsel, REKA-Checks, Euro und andere Fremdwährungen, erläutert die MWST-Info Steuerbemessung und Steuersätze näher.

 Rechnungsbeispiel mit Fremdwährung im Anhang II. (Beispiel 11)

(8.2)   Gutscheine

Keine Leistungen gegen Entgelt und somit nicht zu versteuern sind Verkäufe von Gutscheinen. Über den Zeitpunkt der Entstehung der Steuerschuld bei der Einlösung von Gutscheinen gibt die MWST-Info Steuerbemessung und Steuersätze Auskunft.

(8.3)   Trinkgeld

Freiwillige Trinkgelder gehören zum steuerbaren Entgelt, wenn sie dem Gastwirt als Arbeitgeber abgeliefert werden müssen.

In der Hotelbranche ist es zum Teil üblich, dass versprochene Trinkgelder erst mit der Hotelrechnung am Schluss des Aufenthaltes bezahlt werden. Den Gästen werden bei Konsumationen so genannte Guest-Checks zur Unterschrift vorgelegt, welche dann die Grundlage für die Erfassung der Leistungen auf der Hotelrechnung bilden. Die Gäste schreiben oft einen gewissen Betrag als Trinkgeld auf die Guest-Checks. Dieser Betrag wird am Ende des Aufenthaltes auf der Hotelrechnung als Trinkgeld ausgewiesen. Damit das freiwillige Trinkgeld in einem solchen Fall nicht zum steuerbaren Entgelt gehört, sind folgende Bedingungen kumulativ zu erfüllen:
  • Der vom Gast versprochene Betrag muss vollumfänglich an die Mitarbeitenden ausbezahlt werden;
  • die Auszahlung der Trinkgelder an die Mitarbeitenden muss vom steuerpflichtigen Hotelbetrieb belegt werden können; 
  • die Trinkgelder dürfen vom Hotelbetrieb nicht erfolgswirksam verbucht werden;
  • das Trinkgeld muss separat in Rechnung gestellt werden;
  • es darf in der Rechnung keine Steuer auf dem Trinkgeld ausgewiesen werden.

(8.4)   Telefon

Die entsprechenden Einnahmen sind zum Normalsatz zu versteuern.

(8.5)   Vermietung von Räumlichkeiten im Hotel- und Gastgewerbe

Das Entgelt aus der Vermietung von Räumlichkeiten (z.B. Saal, Konferenz-, Schulungsräume oder Küche) im Hotel- und Gastgewerbe unterliegt der MWST zum Normalsatz (Art. 21 Abs. 2 Ziff. 21 Bst. a MWSTG).

Als Hotel beziehungsweise gastgewerbliche Betriebe gelten Unternehmen, deren Hauptzweck in der Erbringung von Beherbergungs- beziehungsweise gastgewerblichen Leistungen besteht oder bei denen mehr als 10 % des Gesamtumsatzes aus solchen Leistungen stammen.

(8.6)   Schadenersatz

Echte Schadenersatzleistungen (z.B. für zerbrochenes Geschirr) sind kein Entgelt und deshalb nicht steuerbar (Art. 18 Abs. 2 Bst. i MWSTG). Weitere Informationen dazu sind der MWST-Info Steuerobjekt zu entnehmen.

(8.7)   Zahlungen für Annullierungen

Die Zahlungen von Kunden für Annullierungen (z.B. no show-Zahlungen) gelten als echter Schadenersatz. Sie stellen beim Gastwirt oder Hotelier kein Entgelt dar und führen nicht zu einer Vorsteuerkorrektur.

Die Annullierung kann mit einer Kopie des Belegs dokumentiert werden, der dem Kunden ausgehändigt wurde. Wenn die bestellte Leistung bereits fakturiert und für die Annullierung kein Korrekturbeleg ausgestellt wurde, ist der eingenommene Betrag zum massgebenden Satz zu versteuern.

 Weitere Informationen zu unrichtigem oder unberechtigtem Steuerausweis sind der MWST-Info Buchführung und Rechnungsstellung zu entnehmen.

(9)   Vorsteuer

Ausführliche Informationen zum Vorsteuerabzug (Anspruch, Ausschluss, Korrektur und Kürzung usw.) sind der MWST-Info Vorsteuerabzug und Vorsteuerkorrekturen zu entnehmen.

(10)  Sonstiges

(10.1)  Vereinfachte Abrechnung mit Saldosteuersätzen (SSS)

Informationen zur Abrechnung mittels Saldosteuersätzen sind der MWST-Info Saldosteuersätze zu entnehmen.

(10.2)  Ort der gastgewerblichen Leistung

Als Ort der gastgewerblichen Leistung gilt der Ort, an dem die Leistung tatsächlich erbracht wird (Art. 8 Abs. 2 Bst. d MWSTG). Dies gilt auch für die mobile Gastronomie (Partyservice, Catering usw.).

Beispiel
Ein Betreiber eines Partyser vice mit Sitz in Basel wird von einem inländischen Kunden beauftragt, das Catering (mit Zubereitung und/oder Servierleistung vor Ort) für einen in Deutschland stattfindenden Anlass zu besorgen. Diese gastgewerbliche Leistung gilt als im Ausland erbracht und unterliegt nicht der Steuer.

→ Weitere Informationen sind der MWST-Info Ort der Leistungserbringung zu entnehmen.

(10.3)  Ort der Beherbergungsleistung

Beherbergungsleistungen werden am Ort erbracht, an dem die entsprechende Einrichtung (Hotel, Ferienwohnung, Camping usw.) liegt (Art. 8 Abs. 2 Bst. f MWSTG). Bei mobilen Beherbergungseinrichtungen ist dies der Ort, an dem diese Einrichtung zum Zwecke der Beherbergung gelegen ist. Dies gilt auch für auf Schiffen erbrachte Beherbergungsleistungen, unabhängig davon, ob diese stationär eingesetzt werden oder nicht. 

Beispiel
Während einer Messe legt ein Hotelschiff auf dem Rhein an einer schweizerischen Anlegestelle an. Die Beherbergungsleistungen gelten als im Inland erbracht und unterliegen der Steuer zum Sondersatz.

→ Weitere Informationen sind der MWST-Info Ort der Leistungserbringung zu entnehmen.

(11)  Buchführung und Rechnungsstellung

Alle grundlegenden Informationen zu diesem Thema sind der MWST-Info Buchführung und Rechnungsstellung zu entnehmen.

(11.1)   Ergänzungen zur Rechnungsstellung

a)     Separate Rechnungsstellung
        Eine separate Rechnungsstellung liegt vor, wenn die steuerpflichtige Person in der Rechnung vor dem Total die einzelnen Leistungen text- und betragsmässig separat fakturiert. Kurtaxen sind grundsätzlich separat zu fakturieren.

            Rechnungsbeispiele im Anhang II. (Beispiele 1 - 2 und 9)

b)     Steuerlicher Ausweis
        Ein steuerlicher Ausweis liegt vor, wenn die steuerpflichtige Person die einzelnen Leistungen nicht separat in Rechnung stellt, sondern nach dem Total nur betragsmässig auf die einzelnen Steuersätze aufteilt.

        Solche Steuerausweise genügen grundsätzlich nicht als Aufteilung auf die verschiedenen Steuersätze. Ausnahmen bilden die pauschalen Ermittlungen für Vollpensionsarrangements ( Ziff. 6.4.4.1), Packages ( Ziff. 6.4.3.2) und durch Seminarhotels erbrachte Leistungen
        ( 
Ziff. 6.4.4.2). 

         Rechnungsbeispiele im Anhang II. (Beispiele 3 - 8 und 10 - 11)

(11.2)   Rechnungsstellung bei Leistungskombinationen

Besondere Probleme stellen sich bei der Fakturierung von Leistungskombinationen, die zu unterschiedlichen Sätzen versteuert werden müssen.

(11.2.1)  Rechnungsstellung bei Beherbergung, Vollpension, Leistungskombinationen zu einem Steuersatz und bei übrigen Leistungen

a)       Beherbergungsleistungen ( Ziff. 6.1.1) mit in direktem Zusammenhang stehenden Nebenleistungen ( Ziff. 6.1.2)
Die Beherbergungsleistungen sind zum Sondersatz steuerbar. Die in direktem Zusammenhang stehenden Nebenleistungen teilen das steuerliche Schicksal der Beherbergungsleistung. Dies unabhängig davon, ob sie separat in Rechnung gestellt werden oder nicht.

→  Rechnungsbeispiel im Anhang II. (Beispiel 1) 

b)       Beherbergungsleistungen ( Ziff. 6.1.1) mit erweiterten Nebenleistungen ( Ziff. 6.1.3) 
Die erweiterten Nebenleistungen werden der Beherbergung zugerechnet, wenn 
    • der Hotelier dafür kein zusätzliches Entgelt in Rechnung stellt (bereits im Preis für die Beherbergung inbegriffen); und 
    • die Leistung innerhalb der Hotelanlage erbracht wird und der Hotelgast sie auch dort nutzt.
→ Rechnungsbeispiel im Anhang II. (Beispiel 1, inkl. Hotelhallenbadbenützung)

c)      Beherbergungsleistungen ( Ziff. 6.1.1) mit übrigen Leistungen ( Ziff. 6.2) 
Die Beherbergungsleistungen und die übrigen Leistungen werden grundsätzlich separat fakturiert. 

 Rechnungsbeispiel im Anhang II. (Beispiel 2) 

d)       Vollpensionsarrangements ( Ziff. 6.4.3 und 6.4.4.1) 
Der Beherbergungs- und der Verpflegungsanteil sind bei Anwendung der pauschalen Ermittlung zumindest steuerlich getrennt auszuweisen. Das Arrangement ist klar als Vollpension zu bezeichnen.

→  Rechnungsbeispiel im Anhang II. (Beispiel 3) 

Werden der Beherbergungs- und der Verpflegungsanteil effektiv berechnet, sind die betreffenden Leistungen separat in Rechnung zu stellen.

Die Kurtaxe ist in jedem Fall separat zu fakturieren. 

e)       Spezialanlässe wie Tagungen, Hochzeiten usw. 
Solche Anlässe gelten nicht als Packages im Sinne des Pauschalreise gesetzes (Bundesgesetz vom 18. Juni 1993 über Pauschalreisen, SR 944.3). Selbst dann nicht, wenn für einige Komponenten Pauschal preise vereinbart wurden. Die einzelnen Leistungen sind immer getrennt in Rechnung zu stellen.

f)         Leistungskombinationen, die mindestens zu 70 % dem gleichen Steuersatz unterliegen ( Ziff. 6.4.3; z.B. Halbpension)
 Will der Hotelier die Kombinationsregelung anwenden und damit alles zum gleichen Steuersatz deklarieren, dürfen die Leistungen nicht separat in Rechnung gestellt werden. 

→  Rechnungsbeispiele im Anhang II. (Beispiele 4, 5 und 11)

(11.2.2)  Rechnungsstellung bei Packages ( Ziff. 6.4.3.2)

Liegen die detaillierten Einzelkalkulationen der unterschiedlichen Leistungen vor, kann die steuerpflichtige Person die pauschale Fakturierung vornehmen und es genügt der steuerliche Ausweis ( Ziff. 11.1 Bst. b). Fehlen solche Kalkulationen, ist das gesamte Entgelt zum Normalsatz zu versteuern.

a)      Kann die Leistungskombination zu einem Steuersatz versteuert werden, erfolgt eine pauschale Rechnungsstellung ohne Steuersatzaufteilung. 

          Rechnungsbeispiele im Anhang II. (Beispiel 5)

b)     Unterliegt die Leistungskombination unterschiedlichen Steuersätzen, kann die Kombination pauschal in Rechnung gestellt werden. Es genügt der steuerliche Ausweis ( Ziff. 11.1 Bst. b). 

         Rechnungsbeispiele im Anhang II. (Beispiele 6 - 8)

(11.2.3)  Rechnungsstellung bei Leistungen von Seminarhotels (Seminarpauschalen)

a)      Bei Anwendung der Sonderregelung für Seminarhotels nach Ziffer 6.4.4.2 können die verschiedenen Leistungen pauschal in Rechnung gestellt werden. Es genügt der steuerliche Ausweis ( Ziff. 11.1 Bst. b).

→ Rechnungsbeispiel im Anhang II. (Beispiel 10)

b)      Wird die Steuer auf den effektiven Leistungsanteilen berechnet, sind diese separat in Rechnung zu stellen.

→  Rechnungsbeispiel im Anhang II. (Beispiel 9)

Anhang I: Quittungsbeispiele

Beispiel 1
Quittung Hauslieferung / gastgewerbliche Leistung infolge Zubereitung / Bedienung

Beispiel 2
Quittung Verkauf über die Gasse / Take away / Restaurantquittung

Anhang II: Rechnungsbeispiele

Beispiel 1                                                                                                                                                                                        
Zimmer/Frühstück (inkl. Hotelhallenbadbenützung)                                                                                                                       


Beispiel 2
Zimmer/Frühstück mit übrigen Leistungen

Beispiel 3
Vollpension (pauschale Ermittlung) mit übrigen Leistungen

Beispiel 4
Halbpension (Anwendung der Kombinationsregelung)

Beispiel 5
Leistungskombination (Package)
Beauty-Woche nur mit Zimmer/Frühstück            2'240.00        (=100,0%)
Anteil Schönheitsanwendungen                             600.00          (=26,8%)

Die steuerpflichtige Person kann die Leistungsaufteilung kalkulatorisch nachweisen.
Die Leistungskombination kann zum vorherrschenden Steuersatz von 3,6 % abgerechnet werden, da wertmässig mehr als 70 % der Leistungen diesem Steuersatz unterliegen.


Beispiel 6
Leistungskombination (Package)
Beauty-Woche nur mit Zimmer/Frühstück            2'240.00        (=100,0%)
Anteil Schönheitsanwendungen                             700.00          (=31,3%)

Weil weniger als 70 % der Leistungen der Leistungskombination dem gleichen Steuersatz unterliegen, muss aufgrund des kalkulatorischen Nachweises zumindest ein steuerlicher Ausweis erfolgen.


Beispiel 7
Package enthaltend Halbpension und andere Leistungen

Total Arrangement                                          2'940.00      (100,0 %)
Anteil 3,6 %:
Beherbergung 75 % von Zimmer mit HP
von CHF 2'340.00 =                                        1'755.00        (59,7 %)

Anteil 7,6%                                                   2'940.00      (100,0 %)
Verpflegung 25 % von Zimmer mit HP
von CHF 2'340.00 =                                       
  585.00
zuzüglich Übriges (z.B. Skipass)                     600.00
Total                                                           1'185.00          (40,3 %)

Weil weniger als 70 % der Leistungen der Leistungskombination dem gleichen Steuersatz unterliegen, muss aufgrund des kalkulatorischen Nachweises zumindest ein steuerlicher Ausweis erfolgen.


Beispiel 8
Package enthaltend Vollpension und andere Leistungen


Total Arrangement                                          3'260.00      (100,0 %)
Anteil 3,6 %:
Beherbergung 75 % von Zimmer mit HP
von CHF 2'660.00 =                                        1'729.00        (53,0 %)

Anteil 7,6%                                                   2'940.00       (100,0 %)
Verpflegung 35 % von Zimmer mit HP
von CHF 2'660.00 =                                       
  585.00
zuzüglich Übriges (z.B. Skipass)                     600.00
Total                                                           1'531.00          (47,0 %)

Weil weniger als 70 % der Leistungen der Leistungskombination dem gleichen Steuersatz unterliegen, muss aufgrund des kalkulatorischen Nachweises zumindest ein steuerlicher Ausweis erfolgen.


Beispiel 9
Seminarrechnung bei effektiver Berechnung


Beispiel 10
Seminarrechnung bei Anwendung der Sonderregelung

Beispiel 11
Hotelrechnung mit Fremdwährung
(Anwendung der Kombinationsregelung)

Für die Berechnung der MWST sind die fett dargestellten Beträge massgebend.

Anhang III: Merkblatt N1/2007

Naturalbezüge von Selbständigerwerbenden, Seite 1


Merkblatt N1/2007
Naturalbezüge von Selbstständigerwerbenden, Seite 2

Anhang IV: Merkblatt N2/2007

Naturalbezüge von Arbeitnehmenden

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