MWST-Info 08 Privatanteile

MWST-Info 08 Privatanteile (für offizielle Version bitte auf Link klicken)
 

Inhalt

  1. 1 (1) Einleitung
  2. 2 (2) Personengruppen und die zugehörigen Bemessungsgrundlagen
  3. 3 (3) Lohnausweisempfänger
    1. 3.1 (3.1) Wer ist Lohnausweisempfänger
    2. 3.2 (3.2) Privatanteile bei Lohnausweisempfängern (Leistungen an das Personal)
    3. 3.3 (3.3) Im Lohnausweis aufzuführende Leistungen
    4. 3.4 (3.4) Übersicht der im Lohnausweis zu deklarierenden Leistungen und deren mehrwertsteuerliche Folgen
      1. 3.4.1 (3.4.1) Unentgeltliche Beförderung zwischen Wohn- und Arbeitsort
      2. 3.4.2 (3.4.2) Kantinenverpflegung/Lunch-Checks
      3. 3.4.3 (3.4.3) Lohnausweis Ziffer 2: Gehaltsnebenleistungen (Fringe Benefits) - Allgemeines
      4. 3.4.4 (3.4.4) Lohnausweis Ziffer 3: Unregelmässige Leistungen
      5. 3.4.5 (3.4.5) Lohnausweis Ziffer 7: Andere Leistungen
      6. 3.4.6 (3.4.6) Lohnausweis Ziffer 14: Weitere Gehaltsnebenleistungen
    5. 3.5 3.5 Gehaltsnebenleistungen, welche nicht im Lohnausweis zu deklarieren sind
    6. 3.6 (3.6) Übernahme von Weiterbildungskosten (Kursgelder und -material, Gewähren von Arbeitszeit zum Studium usw.) durch den Arbeitgeber resp. Kostenrückzahlungen durch den Arbeitnehmer aufgrund Nichteinhaltung von getroffenen Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber
  4. 4 (4) Inhaber einer Einzelunternehmung sowie diesen nahe stehende, im Betrieb nicht mitarbeitende Personen
    1. 4.1 (4.1) Grundsatz
    2. 4.2 (4.2) Naturalbezüge und private Unkostenanteile
    3. 4.3 4.3 Warenbezüge
    4. 4.4 (4.4) Privatanteile an den Kosten für Heizung, Beleuchtung, Reinigung, moderne Kommunikationsmittel usw.
    5. 4.5 4.5 Privatanteile Geschäftsfahrzeuge
    6. 4.6 (4.6) Leistungsbezüge durch die Inhaber für den privaten Gebrauch
  5. 5 (5) Eng verbundene Personen
  6. 6 (6) Naturaldividenden
  7. 7 (7) Personalverpflegung
    1. 7.1 (7.1) Automatenverpflegung
    2. 7.2 (7.2) Kantinenverpflegung durch den Arbeitgeber
      1. 7.2.1 7.2.1 Abgabe von Mahlzeiten unter den Ansätzen des Merkblatts N2/2007 der direkten Bundessteuer
    3. 7.3 (7.3) Kantinenverpflegung durch einen beauftragten Dritten
      1. 7.3.1 (7.3.1) Abgabe von Mahlzeiten unter den Ansätzen des Merkblatts N2/2007 der direkten Bundessteuer
    4. 7.4 (7.4) Verpflegung am Familientisch
      1. 7.4.1 (7.4.1) Verpflegung am Familientisch von mitarbeitenden Ehepartnern, eingetragenen Partnern, jugendlichen und pensionierten Familienmitgliedern
      2. 7.4.2 (7.4.2) Der Arbeitgeber ist eine Personengesellschaft oder eine juristische Person
      3. 7.4.3 (7.4.3) Der Arbeitgeber ist eine Einzelunternehmung
      4. 7.4.4 (7.4.4) Bemessungsgrundlage und Vorsteueranrechnung bei der Verpflegung am Familientisch
  8. 8 (8) Abgabe von Geschenken an Dritte
  9. 9 (9) Privatanteile bei Abrechnung mit Saldo- oder Pauschalsteuersätzen
    1. 9.1 (9.1) Entnahmen durch Inhaber einer Einzelunternehmung
    2. 9.2 (9.2) Leistungen durch Personengesellschaften und juristischen Personen an eng verbundene Personen (Art. 3 Bst. h MWSTG und Art. 94 MWSTV), welche nicht im Betrieb mitarbeiten
    3. 9.3 (9.3) Leistungen an Personen, die im Betrieb mitarbeiten
    4. 9.4 (9.4) Praxisbeispiele zur Einzelunternehmung
    5. 9.5 (9.5) Praxisbeispiele zu Personengesellschaften beziehungsweise juristischen Personen
  10. 10 (10.) Anhang
    1. 10.1 (10.1) Merkblatt N1/2007 Naturalbezüge von Selbstständigerwerbenden
    2. 10.2 (10.2) Merkblatt N2/ 2007 Naturalbezüge von Arbeitnehmenden
    3. 10.3 (10.3) Merkblatt NL1/2007 Privatanteile/Naturalbezüge und Naturallöhne Geschäftsinhaber Land- und Forstwirtschaft
    4. 10.4 (10.4) Lohnausweis, Rentenbescheinigung
 

(1) Einleitung

Nachfolgend werden die für diese Publikation wichtigen Begriffe umschrieben.

 

a.

Lohnausweisempfänger
Darunter fallen sämtliche Personen, welche einer unselbstständigen Tätigkeit nachgehen und dafür einen Lohnausweis erhalten; dazu gehören - nebst dem Personal - auch Verwaltungs- und Stiftungsräte. Den Lohnausweisempfängern gleichgestellt sind ehemalige Angestellte, beispielsweise Rentner mit Rentnerbescheinigung aber auch sonstige ehemaligen Angestellte, welche aufgrund des seinerzeitigen Arbeitsvertrages oder einer Vereinbarung auch nach dem Austritt aus dem Unternehmen Anrecht auf Leistungen haben.
 
Ebenfalls als Lohnausweisempfänger gelten in einer Personengesellschaft (Kollektiv- und Kommanditgesellschaft) mitarbeitende Teilhaber oder deren mitarbeitenden Ehepartner (dies unabhängig der steuerlichen Qualifikation bei den direkten Steuern). Gleiches gilt für im Betrieb mitarbeitende Ehepartner von Inhabern von Einzelunternehmungen. Es ist unwesentlich, ob für diese Personengruppen ein Lohnausweis ausgestellt wird oder nicht. Den Ehepartnern gleichgestellt sind die eingetragenen Partner.

b.

Eng verbundene Personen (Art. 3 Bst. h MWSTG)
Als eng verbundene Personen gelten Inhaber von massgebenden Beteiligungen an einem Unternehmen oder ihnen nahe stehende Personen. Arbeiten eng verbundene Personen in dem Betrieb mit, gehören sie zur Personengruppe der Lohnausweisempfänger (Art. 47 Abs. 5 MWSTV).

c.

Nahe stehende Personen
Dies sind Personen, welche aufgrund eines speziellen Verhältnisses dem Leistungserbringer gegenüber, von diesem Leistungen zu einem Vorzugspreis - der nie einem Dritten gewährt würde - beziehen können. Werden Leistungen mit branchenüblichen Rabatten, wie sie auch Dritten gegenüber verrechnet werden, in Rechnung gestellt, so gilt dieser zu zahlende Betrag nicht als Vorzugspreis

d.

Massgebende Beteiligung
Eine massgebende Beteiligung liegt vor, wenn die Schwellenwerte gemäss Artikel 69 DBG überschritten werden (Art. 3 Bst. h MWSTG).

e.

Naturaldividenden und Beteiligungserträge
Dabei handelt es sich um Leistungen, welche bei deren Ausschüttung durch das Unternehmen der Verrechnungssteuer unterliegen ( Ziff. 6).

f.

Bemessungsgrundlage
Die Bemessungsgrundlage ist der Wert der Leistung, auf welcher die MWST erhoben wird (Art. 24 MWSTG).

(2) Personengruppen und die zugehörigen Bemessungsgrundlagen

Nachfolgend wird pro Personengruppe die anzuwendende Bemessungsgrundlage erläutert.

a.

Leistungen an Lohnausweisempfänger ( Ziff. 3)
Die Bemessungsgrundlage ist das vom Leistungserbringer tatsächlich empfangene Entgelt (Art. 47 Abs. 1 MWSTV) oder der Wert, welcher im Lohnausweis zu deklarieren ist (Art. 47 Abs. 2 und 4 MWSTV).

b.

Leistungen an eng verbundene oder ihnen nahe stehende Personen, im Betrieb nicht mitarbeitend ( Ziff. 5)
Die Bemessungsgrundlage ist der Preis, der unter unabhängigen Dritten vereinbart würde (Art. 24 Abs. 2 MWSTG).

c.

Leistungen an Beteiligte, welche nicht eng verbunden oder ihnen nahe stehende Personen sind, im Betrieb nicht mitarbeitend
Unentgeltliche Leistungen ohne unternehmerischen Grund führen zu einer Korrektur der Vorsteuer nach Artikel 31 Absatz 2 Buchstabe c MWSTG. Besteht der unternehmerische Grund für eine solche Leistung, hat dies mehrwertsteuerlich keine Folgen. Bei Geschenken bis zu einem Betrag von 500 Franken pro Person und Jahr sowie bei Werbegeschenken und Warenmustern wird der unternehmerische Grund ohne weiteres vermutet.

d.

Entnahmen durch Inhaber von Einzelunternehmen oder ihnen nahe stehende Personen ( Ziff. 4)
Diese Leistungen führen zu einer Korrektur des bereits vorgenommen Vorsteuerabzugs nach Artikel 31 Absatz 2 Buchstabe a MWSTG. Werden Entnahmen durch dem Inhaber nahe stehende Personen getätigt, so sind diese dem Inhaber zuzuordnen und führen ebenfalls zu einer Korrektur des bereits vorgenommenen Vorsteuerabzugs.

e.

Leistungen in Form von Naturaldividenden und Beteiligungserträge an den Empfänger ( Ziff. 6)
Die Bemessungsgrundlage ist der Bruttodividendenwert der mit solchen Naturalleistungen (z.B. Jahresabonnement einer Bergbahn) getilgt wir

(3) Lohnausweisempfänger

(3.1) Wer ist Lohnausweisempfänger

Zu diesem Kreis gehören der ganze in Ziffer 1 Buchstabe a erwähnte Personenkreis sowie eng verbundene Personen, welche im Betrieb mitarbeiten ( Ziff. 1 Bst. b).

(3.2) Privatanteile bei Lohnausweisempfängern (Leistungen an das Personal)

Bei Privatanteilen gegenüber Lohnausweisempfängern handelt es sich um Leistungen, die der Arbeitgeber seinem Personal (Lohnausweisempfänger) erbringt. Je nach Art und Umfang ist der Arbeitgeber verpflichtet, solche Leistungen auf dem Lohnausweis in den dafür vorgesehenen Ziffern zu deklarieren (s. dazu auch Wegleitung zum Ausfüllen des Lohnausweises bzw. der Rentenbescheinigung [605.040.18.1d], herausgegeben durch die SSK).

Gemäss Artikel 47 Absatz 2 MWSTV gelten Leistungen, die im Lohnausweis zu deklarieren sind, immer als entgeltlich erbracht und unterliegen je nach steuerlicher Qualifikation der Mehrwertsteuer.

Demgegenüber gelten Leistungen, die im Lohnausweis nicht aufzuführen sind, als nicht entgeltlich erbracht (Art. 47 Abs. 3 MWSTV). Die in diesem Zusammenhang anfallenden Aufwendungen führen zu keiner steuerlichen Korrektur, falls sie innerhalb der unternehmerischen Tätigkeit für Leistungen, die zum Vorsteuerabzug berechtigen, verwendet werden.

(3.3) Im Lohnausweis aufzuführende Leistungen

Die ESTV orientiert sich in Bezug auf diese Leistungen am Lohnausweis und an den Richtlinien zum Lohnausweis (Wegleitung zum Ausfüllen des Lohnausweises bzw. der Rentenbescheinigung der SSK). Bei Leistungen, die im Lohnausweis betragsmässig aufzuführen sind, gilt dieser Wert als Bemessungsgrundlage. Sie sind zum massgebenden Steuersatz mit der MWST abzurechnen. Die im Lohnausweis aufgeführten Beträge verstehen sich immer als inklusive MWST.

Sofern bei den direkten Steuern Pauschalen für die Ermittlung eines Privatanteils zugelassen werden (z.B. bei privater Nutzung des Geschäftsfahrzeuges), können diese ebenfalls als Bemessungsgrundlage für die Berechnung der MWST herangezogen werden (Art. 47 Abs. 4 MWSTV). Bei den für die pauschale Ermittlung des Privatanteils verwendbaren Ansätzen gemäss den Merkblättern der direkten Bundessteuer N1/2007, N2/2007 und NL1/2007 handelt es sich um Mindestansätze. 

Auf allen für die Erbringung dieser steuerbaren Leistungen (Privatanteile) getätigten Investitionen (z.B. Geschäftsfahrzeuge) und Aufwendungen (z.B. Telefon- und Heizkosten oder Einkauf von Lebensmitteln) kann der Vorsteuerabzug geltend gemacht werden.

(3.4) Übersicht der im Lohnausweis zu deklarierenden Leistungen und deren mehrwertsteuerliche Folgen

Die Bemessungsgrundlage der verschiedenen entgeltlichen Leistungen wird nachfolgend beschrieben. Der inhaltliche Aufbau dieses Kapitels orientiert sich an der Wegleitung zum Lohnausweis bzw. der Rentenbescheinigung der SSK und umfasst nur die mehrwertsteuerlich relevanten Sachverhalte.

(3.4.1) Unentgeltliche Beförderung zwischen Wohn- und Arbeitsort

Das Feld F Unentgeltliche Beförderung zwischen Wohn- und Arbeitsort im Lohnausweis ist anzukreuzen, wenn dem Arbeitnehmer - aufgrund von Leistungen des Arbeitgebers - keine Kosten für den Arbeitsweg erwachsen.

Als unentgeltliche Beförderung zwischen Wohn- und Arbeitsort gilt beispielsweise:

Die Abgabe von Generalabonnements (GA) und ähnlicher Fahrausweise (z.B. Tarifverbundkarte einer Stadt oder Region) aus unternehmerischen Gründen. Eine allfällige Privatnutzung der Abonnements durch den Arbeitnehmer hat mehrwertsteuerlich keine Folgen.

Die Benützung eines vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Geschäftsfahrzeuges ausschliesslich für den Arbeitsweg. Benutzt der Arbeitnehmer das Fahrzeug jedoch auch für Privatfahrten, gelten die Ausführungen unter Ziffer 3.4.3.2.

Ist für die Verwendung von Generalabonnements und ähnlichen Fahrausweisen für private Fahrten (zusätzlich zum Kreuz im Feld F) im Lohnausweis ein Betrag zu deklarieren, so ist auf diesem Betrag (inkl. MWST) die Steuer zum Normalsatz zu entrichten.

Muss der Arbeitnehmer einen Kostenbeitrag an das Abonnement leisten, ist dieser Betrag (inkl. MWST) vom Arbeitgeber als Entgelt zu versteuern.

(3.4.2) Kantinenverpflegung/Lunch-Checks

Die Verbilligung von Mahlzeiten durch den Arbeitgeber, beispielsweise durch das Anbieten von Kantinenverpflegung oder die Abgabe von Lunch-Checks, bewirkt einen Eintrag im Feld G des Lohnausweises. Dieser Eintrag führt beim Arbeitnehmer direktsteuerlich zu einer Reduktion des Abzugs bei den Berufsauslagen. In diesem Fall ist kein Privatanteil abzurechnen.

Mehr zum Thema Personalverpflegung kann der Ziffer 7 entnommen werden.

(3.4.3) Lohnausweis Ziffer 2: Gehaltsnebenleistungen (Fringe Benefits) - Allgemeines

Bei Gehaltsnebenleistungen handelt es sich um regelmässige Leistungen des Arbeitgebers, welche nicht in geldform ausgerichtet werden. Sie sind grundsätzlich zum Marktwert zu bewerten. Entsprechend dem Lohnausweis werden folgende Leistungen unterschieden:

  • Verpflegung, Unterkunft (Lohnausweis Ziff. 2.1);

  • Privatanteile Geschäftsfahrzeuge (Lohnausweis Ziff. 2.2);

  • Andere (Lohnausweis Ziff. 2.3).


(3.4.3.1) Lohnausweis Ziffer 2.1: Verpflegung, Unterkunft

Auf dem Lohnausweis ist der Wert anzugeben, der dem Arbeitnehmer dadurch zufliesst, dass er von seinem Arbeitgeber kostenlose oder unterpreisige Verpflegung (der Mahlzeitenpreis liegt unter den Ansätzen gemäss Merkblatt N2/2007 der direkten Bundessteuer;  Ziff. 7) und/oder Unterkunft erhält. Bei der Bewertung dieser Leistungen sind mindestens die Ansätze gemäss Merkblatt N2/2007 der direkten Bundessteuer einzuhalten.

Der entgeltliche Verpflegungsanteil ist vom Arbeitgeber zum im Lohnausweis angegebenen Wert abzurechnen. Der Wert versteht sich inklusive MWST zum Normalsatz.

Bei der entgeltlichen Leistung des Arbeitgebers für die Unterkunft (z.B. Zurverfügungstellung von Personalwohnungen) handelt es sich um eine von der Steuer ausgenommene Vermietung zu Wohnzwecken ohne Möglichkeit der freiwilligen Versteuerung (Option ausgeschlossen im Sinne von Art. 22 Abs. 2 Bst. b MWSTG). Falls sich die in diesem Rahmen vermieteten Räumlichkeiten in einer Immobilie befinden, bei welcher grundsätzlich das Vorsteuerabzugsrecht besteht (z.B. in einem Hotel), so ist aufgrund der gemischten Verwendung der Liegenschaft eine Vorsteuerkorrektur vorzunehmen. Die Aufwendungen, die direkt der Vermietung der Personalwohnung zugeordnet werden können, berechtigen nicht zum Vorsteuerabzug.

Weitere Informationen zu den Personalunterkünften können der MWST-Branchen-Info Hotel- und Gastgewerbe entnommen werden.

Informationen zur Vermietung von Fahrnisbauten (u.a. Wohncontainer) können der MWST-Branchen-Info Liegenschaftsverwaltung / Vermietung und Verkauf von Immobilien entnommen werden.

Die Ansätze zur Festlegung der Bemessungsgrundlage bei Warenbezügen in Bäckereien/Konditoreien, Lebensmittelgeschäften, Milchhandlungen, Metzgereien, Restaurants und Hotels durch mitarbeitende Gesellschafter (bei Personengesellschaften oder GmbH) oder Aktionäre können dem Merkblatt N1/2007 der direkten Bundessteuer entnommen werden. Diese Leistungen sind als Lieferung zum massgebenden Steuersatz abzurechnen.

(3.4.3.2.1) Allgemeines

Stellt der Arbeitgeber seinem Personal ein Geschäftsfahrzeug zur Verfügung, welches auch für die private Nutzung verwendet werden darf (zusätzlich zur Benützung für den Arbeitsweg; Ziff. 3.4.1), so stellt dies eine entgeltliche Leistung an den Arbeitnehmer beziehungsweise Mitarbeiter dar. Die Leistung ist zum Normalsatz abzurechnen.

I.d.R. wird der entsprechende Wert pauschal ermittelt. Der diesbezügliche Ansatz beträgt pro Monat 0,8 % des Kaufpreises exklusive MWST, mindestens jedoch 150 Franken. Der so errechnete Ansatz versteht sich inklusive MWST. Zudem gilt es zu beachten, dass die pauschale Ermittlung der Privatanteile nur dann zulässig ist, sofern die geschäftliche Verwendung des Fahrzeuges überwiegend, d.h. mehr als 50 % ist. Andernfalls muss die Berechnung der privaten Nutzung nach der effektiven Methode erfolgen ( Ziff. 3.4.3.2.2).

Die pauschale Ermittlung ist nur für Personenwagen anwendbar. Als Personenwagen gelten leichte Motorwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 3'500 kg zur Beförderung von maximal 9 Personen einschliesslich Fahrer.

Berechnungsbasis ist bei Leasingfahrzeugen anstelle des Kaufpreises der im Leasingvertrag festgehaltene Barkaufpreis (inkl. allfälliger Sonderausstattung) exklusive MWST. Dieser Barkaufpreis ist auch bei Fahrzeugübernahmen nach Ablauf oder Auflösung des Vertrages Grundlage für die pauschale Berechnung. Dies selbst dann, wenn nach dessen Ablauf oder Auflösung ein separater Kaufvertrag abgeschlossen wird.

Berechnungsbasis ist bei zugemieteten Fahrzeugen der Marktwert des Fahrzeuges zu Beginn des Mietverhältnisses. Dieser Wert muss durch die steuerpflichtige Person mittels geeigneter Unterlagen (z.B. Eurotaxtarif) nachgewiesen werden. Ohne Nachweis dieses Marktwertes basiert die pauschale Ermittlung der privaten Nutzung immer auf dem Neuwagenpreis.

Berechnungsbeispiel 1
Kaufpreis CHF 43'000 (exkl. MWST),
davon 0,8 % pro Monat = CHF 344 pro Monat
Zu deklarierender Betrag (12 x CHF 344) = CHF 4'128
Steuerberechnung: 8 % von CHF 4'128 (108 %) = CHF 305.75

Berechnungsbeispiel 2
Kaufpreis CHF 15'000 (exkl. MWST),
davon 0,8 % pro Monat = CHF 120 pro Monat
Zu deklarierender Betrag (12 x CHF 150*) = CHF 1'800
Steuerberechnung: 8 % von CHF 1'800 (108 %) = CHF 133.35

*

Bei diesem Beispiel ergibt der Monatsansatz von 0,8 % einen Betrag unter 150 Franken. Somit ist für die Berechnung der geschuldeten MWST der Mindestansatz von 150 Franken massgebend

Muss der Arbeitnehmer beziehungsweise Mitarbeiter einen Kostenbeitrag für die private Nutzung des Geschäftsfahrzeuges leisten und wird im Lohnausweis nur der um diesen Kostenbeitrag reduzierte Betrag aufgeführt, so ist das vom Arbeitnehmer zu leistende Entgelt zusätzlich zum ausgewiesenen, reduzierten Betrag abzurechnen.

Garagisten und/oder Motorfahrzeughändler: Für die branchenspezifische Regelung bezüglich der Abrechnung von Privatanteilen auf den Geschäftsfahrzeugen sind die Ausführungen in der MWST-Branchen-Info Motorfahrzeuggewerbe zu beachten.

(3.4.3.2.2) Effektive Ermittlung der Fahrzeugnutzung

Die private Nutzung des Geschäftsfahrzeuges kann auch effektiv ermittelt werden. Es empfiehlt sich dafür das Führen eines Bordbuches (Fahrtenkontrolle). Wird von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht und ergibt sich aus dieser Berechnung ein sachgerechtes Resultat, so sind die ermittelten privat gefahrenen Kilometer mit dem momentan aktuellen Referenzansatz von CHF 0.70 pro Kilometer zu multiplizieren.

 

Berechnungsbeispiel
Gefahrene Kilometer für die private Nutzung im Jahr 20xx: 5'500
Kilometeransatz: CHF 0.70

 

Total im Lohnausweis auszuweisender Betrag: (5'500 x CHF 0.70) CHF 3'850
Dieser Betrag ist Bemessungsgrundlage für die Berechnung der geschuldeten MWST zum Normalsatz und versteht sich inklusive MWST.

(3.4.3.2.3) Einem Angestellten steht mehr als ein Geschäftsfahrzeug zur Verfügung

Ein Angestellter benötigt i.d.R. für seine berufliche Ausübung nur ein Geschäftsfahrzeug (z.B. für Kundenbesuche). Stellt eine Unternehmung einem Mitarbeiter zwei oder mehr Fahrzeuge für dessen geschäftliche Ausübung zur Verfügung, muss die Notwendigkeit, dass mehr als ein Fahrzeug für diese Tätigkeit des Mitarbeiters notwendig ist, durch die Unternehmung nachgewiesen werden. Dies kann mittels Bordbuch oder anderen aussagekräftigen Unterlagen erfolgen. Ansonsten geht die ESTV bei diesen Fahrzeugen von Mietobjekten aus, welche dem Mitarbeiter durch die Unternehmung für dessen Privatzwecke zur Verfügung gestellt werden.

Mehrwertsteuerlich hat dies zur Folge, dass die Vorsteuern auf Investitionen und Aufwendungen durch das Unternehmen abgezogen werden können. Demgegenüber muss mittels einer Vollkostenrechnung, welche die vollständigen Betriebskosten, die kalkulatorischen Abschreibungen von 10 % pro Jahr, die Versicherungen, die Steuern und einen Gemeinkosten- und Gewinnzuschlag von 10 % auf den errechneten Gesamtkosten beinhalten, ein Mietentgelt berechnet und zum Normalsatz abgerechnet werden. Ein allfälliger Anteil der Nutzung dieser Fahrzeuge für berufliche Zwecke muss mittels geeigneter Mittel (z.B. Bordbuch) nachgewiesen werden und kann bei der Ermittlung des Mietpreises berücksichtigt werden.

Beispiele von Vollkostenrechnungen

Voraussetzungen:

in CHF

Kaufpreis des Fahrzeuges inkl. 8 % MWST

108‘000.00

Betriebskosten pro Jahr inkl. 8 % MWST

10‘800.00

Versicherung und Steuern pro Jahr

4‘000.00

Miete Parkplatz pro Jahr inkl. 8 % MWST

1‘080.00

Fall 1: Das Unternehmen rechnet effektiv ab

 

in CHF

Verbuchte Betriebskosten pro Jahr (netto)

10‘000.00

Versicherung und Steuern pro Jahr

4‘000.00

Miete Parkplatz pro Jahr (netto)

1‘000.00

Abschreibung (10 % von CHF 100‘000.00)

  10‘000.00

Gesamtkosten

25‘000.00

Gemeinkosten- und Gewinnzuschlag 10 %

    2‘500.00

Steuerbemessungsgrundlage

27‘500.00

davon 8 % MWST (100%) = geschuldete MWST

2‘200.00

Fall 2: Das Unternehmen rechnet mit dem Saldosteuersatz ab, angenommener Saldosteuersatz von 6,1 %

 

in CHF

Verbuchte Betriebskosten pro Jahr

10‘800.00

Versicherung und Steuern pro Jahr

4‘000.00

Miete Parkplatz pro Jahr

1‘080.00

Abschreibung (10 % von CHF 108‘000.00)

  10‘800.00

Gesamtkosten

26‘680.00

Gemeinkosten- und Gewinnzuschlag 10 %

    2‘668.00

Steuerbemessungsgrundlage

29‘348.00

davon 6,1 % MWST (100%) = geschuldete MWST

1‘790.20

Fall 3: Das Unternehmen rechnet effektiv ab, die geschäftliche Nutzung des Fahrzeuges macht 20 % aus

 

in CHF

Verbuchte Betriebskosten pro Jahr (netto)

10‘000.00

Versicherung und Steuern pro Jahr

4‘000.00

Miete Parkplatz pro Jahr (netto)

1‘000.00

Abschreibung (10 % von CHF 100‘000.00)

  10‘000.00

Gesamtkosten I

25‘000.00

Geschäftliche Nutzung 20 %

  - 5‘000.00

Gesamtkosten II

20‘000.00

Gemeinkosten- und Gewinnzuschlag 10 %

    2‘000.00

Steuerbemessungsgrundlage

22‘000.00

davon 8 % MWST (100%) = geschuldete MWST

1‘760.00

 

Welches der Fahrzeuge der geschäftlichen Verwendung zugeordnet wird, hängt nicht von dessen Kaufpreis, sondern von dessen Einsatzzweck beziehungsweise von dessen Funktionalität ab. Die Nutzung von Geschäftsfahrzeugen für den Arbeitsweg gilt ebenfalls als unternehmerisch ( Ziffer 3.4.1). Die Berechnung der Privatanteils kann mittels Pauschalen erfolgen.

Beispiel
In der Buchhaltung der Malerei Muster AG sind zwei Fahrzeuge erfasst, welche beide durch den mitarbeitenden Alleinaktionär, Herrn Muster genutzt werden. Beim ersten Fahrzeug handelt es sich um einen Kombi der Marke XY mit einem Neupreis von 80‘000 Franken, welches überwiegend unternehmerisch genutzt wird. Das zweite Fahrzeug ist ein Coupé der Marke Z mit einem Neupreis von 50‘000 Franken. Herr Muster kann nicht nachweisen, dass er dieses Fahrzeug ebenfalls für seine berufliche Tätigkeit für das Unternehmens nutzt.

Den Privatanteil betreffend den Kombi kann die Malerei Muster AG mit der pauschalen Ermittlung von 0,8 % vom Kaufpreis exklusive MWST berechnen. Beim zweiten Fahrzeug handelt es sich um eine reine Vermietung der Malerei Muster AG an den mitarbeitenden Alleinaktionär (Art. 24 Abs. 2 MWSTG), welcher einem Lohnausweisempfänger gleichgestellt ist. Der Mietpreis basiert auf einer Vollkostenrechnung. Der Anspruch auf den Vorsteuerabzug besteht auf sämtlichen mit Vorsteuer belasteten Aufwendungen.

(3.4.3.2.4) Spezialfahrzeuge wie Werkstattwagen, Transporter usw.

In Fällen, in denen die private Nutzung eines Geschäftsfahrzeuges erheblich eingeschränkt ist (z.B. durch fest installierte Vorrichtungen für den Transport von Werkzeugen), ist für eine solche Nutzung des Geschäftsfahrzeuges kein Privatanteil abzurechnen. Die Vorsteuern können im Rahmen der zum Vorsteuerabzug berechtigenden unternehmerischen Tätigkeit in Abzug gebracht werden. Steuerbar zum Normalsatz ist allerdings das Zurverfügungstellung eines solchen Geschäftsfahrzeuges gegen Entgelt.

(3.4.3.2.5) Poolfahrzeuge

Verfügt ein Arbeitgeber über Fahrzeuge in einem Pool und stellt diese seinen Angestellten für die private Nutzung zur Verfügung, so muss diese Nutzung zum Normalsatz abgerechnet werden. Steuerbar ist demnach das durch den Arbeitnehmer bezahlte Mietentgelt, welches pro Kilometer den Ansatz von CHF 0.70 nicht unterschreiten darf. Kann der Arbeitnehmer die Fahrzeuge unentgeltlich nutzen, so sind die privat gefahrenen Kilometer anhand eines Bordbuches effektiv zu ermitteln und mit einem Ansatz von CHF 0.70 pro Kilometer zum Normalsatz abzurechnen.

Aus Vereinfachungsgründen besteht ebenfalls die Möglichkeit, die durch die Mitarbeiter privat gefahrenen und allenfalls nicht in Rechnung gestellten Kilometer mit dem pauschalen Ansatz von monatlich 0,8 % des Kaufpreises exklusive MWST, mindestens jedoch CHF 150, zum Normalsatz abzurechnen. Ein entsprechender Vermerk auf dem Lohnausweis des Arbeitnehmers ist in jedem Fall anzubringen.

(3.4.3.2.6) Veteranenfahrzeuge

Fahrzeuge, welche von den kantonalen Strassenverkehrsämtern als sog. Veteranenfahrzeuge zugelassen werden, dürfen aufgrund der behördlichen Auflagen nur für private Zwecke verwendet werden. Namentlich ausgeschlossen sind Fahrten, mit welchen ein wirtschaftlicher Erfolg erzielt wird. Als Konsequenz daraus ergibt sich, dass solche, in den Geschäftsbüchern erfassten Fahrzeuge, immer als Mietfahrzeuge gelten und ein Leistungsverhältnis zwischen dem Unternehmen und dem Lohnausweisempfänger oder einem anderen Dritten begründen. Der zu errechnende Mietpreis basiert auf einer Vollkostenrechnung ( Ziff. 3.4.3.2.3).

(3.4.3.3) Spezialfälle aus der Praxis und ihre mehrwertsteuerlichen Konsequenzen

(3.4.3.3.1) Kostenbeteiligung des Mitarbeiters bei der Anschaffung eines Fahrzeuges

Beteiligt sich ein Mitarbeiter finanziell bei der Anschaffung eines Fahrzeuges, so stellt der Betrag, welcher der Mitarbeiter dem Arbeitgeber bezahlt, für Letzteren einen zum Normalsatz abzurechnenden Umsatzsteuervorgang dar. Nicht von Bedeutung ist, ob beim Kauf des Geschäftsfahrzeuges ein Vorsteuerabzug vorgenommen werden konnte oder nicht. Wird das Geschäftsfahrzeug zu einem späteren Zeitpunkt durch das Unternehmen verkauft und wird dem Mitarbeiter ein Anteil der (seinerzeitigen) Kostenbeteiligung zurückerstattet, so ist dieser Anteil mehrwertsteuerlich als Teilrückgängigmachung der finanziellen Kostenbeteiligung des Mitarbeiters zu betrachten und ist beim Unternehmen als Entgeltsminderung zu behandeln. Bei geleasten Geschäftsfahrzeugen ist diese Regelung analog anzuwenden.

Die pauschale Berechnung der Privatanteile muss immer auf dem vollen Ankaufswert des Geschäftsfahrzeuges erfolgen.

Beispiel
Im Spesenreglement des Unternehmens X (erzielt ausschliesslich steuerbare Leistungen, effektive Abrechnungsmethode) ist festgehalten, dass die Aussendienstmitarbeiter alle vier Jahre Anrecht auf ein neues Geschäftsfahrzeug im Betrag von 40‘000 Franken haben. Der Mitarbeiter/Arbeitnehmer Y entscheidet sich beim Autohändler für ein Fahrzeug im Betrag von 70‘000 Franken (inkl. 8 % MWST). Die Mehrkosten von 30‘000 Franken muss er als Kostenbeteiligung selber übernehmen und innerhalb von 30 Tagen seinem Arbeitgeber überweisen. Der Mitarbeiter nutzt das Geschäftsfahrzeug auch für private Zwecke.

Mehrwertsteuerliche Folgen:
Das Unternehmen X kann auf dem vollen Kaufpreis die Vorsteuer in Abzug bringen; die Kostenbeteiligung des Mitarbeiters Y von 30‘000 Franken muss das Unternehmen X zum Normalsatz abrechnen.

Verbuchung beim Unternehmen X für den Kauf des Geschäftsfahrzeugs

 

in CHF

Fahrzeug an Flüssige Mittel

64‘814.80

Vorsteuer an Flüssige Mittel

5‘185.20

Kostenbeteiligung Mitarbeiter Y

 

Flüssige Mittel an Wertberichtigung Fahrzeug

27‘777.75

Flüssige Mittel an Umsatzsteuer

2‘222.25

Die Kostenbeteiligung ist in der MWST-Abrechnung als Umsatz unter Ziffer 200 bzw. 301 zu deklarieren.

Pauschale Berechnung des abzurechnenden Privatanteils:
Kaufpreis CHF 64‘814.80 (exkl. MWST)
davon 0,8 % pro Monat = CHF 518.50 pro Monat
Zu deklarierender Betrag (12 x CHF 518.50) = CHF 6‘222
Steuerberechnung: 8 % von CHF 6‘222 (108 %) = CHF 460.90

Nach 2 Jahren beschliesst das Unternehmen X, das Geschäftsfahrzeug zum Buchwert von 49‘000 Franken an einen Dritten zu verkaufen und vergütet dem Mitarbeiter Y die (seinerzeitige) Kostenbeteiligung anteilsmässig (CHF 21‘000) zurück.

Mehrwertsteuerliche Folgen:

Der Verkauf des Geschäftsfahrzeuges ist durch das Unternehmen X zum Normalsatz abzurechnen; die anteilsmässige Rückzahlung der Kostenbeteiligung an den Mitarbeiter Y gilt als Minderung der seinerzeit bezahlten Kostenbeteiligung.

Verbuchung beim Unternehmen X für den Verkauf des Geschäftsfahrzeugs

 

in CHF

Flüssige Mittel an Fahrzeug

45‘370.35

Flüssige Mittel an Umsatzsteuer

3‘629.65

Der Fahrzeugverkauf ist in der MWST-Abrechnung als Umsatz unter Ziffer 200 bzw. 301 zu deklarieren.

Rückzahlung der Kostenbeteiligung


in CHF

Wertberichtigung Fahrzeug an Flüssige Mittel

19‘444.45

Umsatzsteuer an Flüssige Mittel

1‘555.55

Die Rückzahlung der Kostenbeteiligung ist auf der MWST-Abrechnung als Minusumsatz unter Ziffer 200 bzw. 301 zu deklarieren.


(3.4.3.3.2) Kostenbeteiligung des Mitarbeiters für privat gefahrene Kilometer

Stellt ein Unternehmen seinen Mitarbeitenden Geschäftsfahrzeuge für die private Nutzung zur Verfügung und verlangt dafür pro Kilometer ein Entgelt, so ist dieses zum Normalsatz abzurechnen. Dabei gilt zu beachten, dass der Referenzkilometeransatz von CHF 0.70 ( Ziff. 3.4.3.2.2) nicht unterschritten wird. Verlangt die Unternehmung vom Mitarbeiter einen tieferen Kilometeransatz, so gilt die Differenz als lohnrelevante Leistung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer und ist auf dem Lohnausweis betragsmässig zu deklarieren (z.B. Unternehmung verlangt vom Mitarbeiter CHF 0.40 pro Kilometer; auf dem Lohnausweis sind zusätzlich CHF 0.30 pro Kilometer aufzuführen). Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Mehrwertsteuer sind CHF 0.70.

(3.4.3.3.3) Abgelaufener Leasingvertrag mit Anschlussleasing

Wird ein Geschäftsfahrzeug nach dem abgelaufenem Leasingvertrag nicht übernommen, sondern durch ein neues Leasing finanziert und obliegt die wirtschaftliche Verfügungsmacht über das Fahrzeug bei derselben Person (natürliche oder juristische Person), so gilt der im ersten Leasingvertrag festgehaltene Wert als Berechnungsbasis für die pauschale Ermittlung der Privatanteile.

Beispiel
Das Unternehmen Z AG hat einen Leasingvertrag für die Dauer von zwei Jahren abgeschlossen. Der im Leasingvertrag festgehaltene Wert beträgt 60‘000 Franken. Nach Ablauf dieses Vertrages beschliesst das Unternehmen das Fahrzeug für ein weiteres Jahr zu leasen und schliesst mit der Leasinggesellschaft einen entsprechenden Nachfolgevertrag ab. Der in diesem Vertrag festgehaltene Wert beträgt 30‘000 Franken.

Das Unternehmen Z AG muss weiterhin den Betrag im ersten Leasingvertrag - also 60‘000 Franken - als Berechnungsbasis für die pauschale Ermittlung des Privatanteils beiziehen.

(3.4.3.3.4) Privatanteil Geschäftsfahrzeug bei Mitarbeitern mit Wohnsitz im Ausland

Stellt eine Unternehmung mit Sitz in der Schweiz einem Mitarbeiter mit Wohnsitz im Ausland ein Geschäftsfahrzeug für die private Nutzung zur Verfügung, so ist eine Steuerbefreiung dieser Leistung unter der Voraussetzung möglich, dass die Nutzung des Fahrzeugs überwiegend im Ausland ist. Bemessungszeitraum für die Bestimmung des Ortes der überwiegenden Nutzung ist jeweils die Steuerperiode.

Dieser Nachweis ist mit geeigneten Mitteln (z.B. Fahrtenkontrolle bzw. Bordbuch) zu erbringen. Die private Nutzung des Fahrzeuges kann, sofern die Voraussetzungen gemäss Ziffer 3.4.3.2.1 erfüllt sind, mittels Pauschalen ermittelt werden.

(3.4.3.3.5) Privatanteil Geschäftsfahrzeug, wenn das Unternehmen nur die Betriebskosten eines Fahrzeugs übernimmt

Ein Mitarbeiter nutzt sein privates Fahrzeug für betriebliche Zwecke. Als Entschädigung übernimmt das Unternehmen beziehungsweise der Arbeitgeber die laufenden Betriebskosten (Unterhalt, Benzin, Versicherung usw.) des Fahrzeuges und macht im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit die auf diesen Kosten lastenden Vorsteuern geltend. In solchen Fällen kann im Sinne einer Vereinfachung für die pauschale Berechnung des Privatanteils der Mindestansatz von 150 Franken pro Monat beziehungsweise 1‘800 Franken pro Jahr herangezogen werden. Dieser Wert versteht sich als inklusive MWST. Die pauschale Berechnung kann jedoch nur angewendet werden, sofern das Fahrzeug überwiegend für geschäftliche Fahrten verwendet wird; ansonsten ist die private Nutzung effektiv zu berechnen ( Ziff. 3.4.3.2.2).

(3.4.3.3.6) Privatanteil Geschäftsfahrzeug, wenn das Unternehmen die private Nutzung durch den Angestellten pauschal abrechnet und von diesem zusätzlich einen Kostenbeitrag verlangt

Einem Mitarbeiter wird ein überwiegend geschäftlich genutztes Fahrzeug für Privatfahrten zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen rechnet den Privatanteil pauschal ab und verlangt vom Mitarbeiter zusätzlich einen Kostenbeitrag (z.B. für erhöhten Versicherungsschutz auf Wunsch des Mitarbeiters). Dieser Kostenanteil ist als Nebenleistung (Art. 19 Abs. 4 MWSTG) zur privaten Fahrzeugnutzung zu qualifizieren und teilt steuerlich dessen Schicksal.

Beispiel
Der Mitarbeiter des Unternehmens XY verfügt für die Ausübung seiner Tätigkeit über ein Geschäftsfahrzeug mit einem Neupreis von CHF 40‘000 (exkl. MWST). Das Fahrzeug darf ebenfalls für private Zwecke genutzt werden. Auf Wunsch des Mitarbeiters, schliesst das Unternehmen eine Zusatzversicherung ab, deren Prämie von CHF 50.00 pro Monat dem Mitarbeiter mittels Lohnabzug belastet werden. Die Privatanteile werden durch das Unternehmen mittels Pauschalen berechnet und auf dem Lohnausweis unter Ziffer 2.2 deklariert.

Berechnung der geschuldeten Mehrwertsteuer:
Kaufpreis: CHF 40‘000 (exkl. MWST),
davon 0,8 % pro Monat: CH 320 pro Monat = CHF 3‘840 pro Jahr
Kosten der Versicherung: CH 50 pro Monat = CHF 600 pro Jahr
Zu deklarierender Betrag (Bemessungsgrundlage): CHF 4‘440
Steuerberechnung: 8 % von von CHF 4‘440 (108 %) = CHF 328.90

(3.4.3.4) Lohnausweis Ziffer 2.3: Andere Gehaltsnebenleistungen

Andere steuerbare Gehaltsnebenleistungen liegen vor, wenn der Arbeitgeber in eigenem Namen gewisse Auslagen tätigt und alsdann die entsprechende Leistung dem Arbeitnehmer zur Verfügung stellt. Eine solche Leistung stellt beispielsweise die Abgabe eines Generalabonnements und ähnlicher Fahrausweise dar, welche nicht überwiegend geschäftlich verwendet werden, sondern mehrheitlich für die private Nutzung eingesetzt werden. Unter Ziffer 2.3 des Lohnausweises ist der Marktwert solcher Abonnements anzugeben. Dieser Wert bildet die Bemessungsgrundlage und ist zum Normalsatz abzurechnen. Der Betrag versteht sich als inklusive MWST.

 

Muss der Arbeitnehmer für die private beziehungsweise nicht unternehmerische Nutzung einen Kostenbeitrag leisten und wird im Lohnausweis nur der um diesen Kostenbeitrag reduzierte Betrag aufgeführt, so ist das vom Arbeitnehmer geleistete Entgelt zusätzlich abzurechnen.

Kein Leistungsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer liegt jedoch vor, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer Kosten ersetzt, welche diesem entstanden sind. Selbst wenn solche Vergütungen durch den Arbeitgeber auf dem Lohnausweis betragsmässig aufzuführen sind, sind sie in mehrwertsteuerlichem Sinne neutral – auf dem an den Arbeitnehmer vergüteten Betrag darf durch den Arbeitgeber kein Vorsteuerabzug vorgenommen werden.

Die mehrwertsteuerliche Qualifikation muss für sämtliche Gehaltsnebenleistungen individuell abgeklärt werden. Leistungen wie beispielsweise Übernahme von Versicherungsprämien oder die Zurverfügungstellung von Mietwohnungen stellen von der Steuer ausgenommene Leistungen dar (Art. 21 Abs. 2 MWSTG).

Weitere Informationen im Zusammenhang mit dem Vorsteuerabzug und Option der von der Steuer ausgenommenen Leistungen können den MWST-Infos Vorsteuerabzug und Vorsteuerkorrekturen sowie Steuerobjekt entnommen werden.

(3.4.4) Lohnausweis Ziffer 3: Unregelmässige Leistungen

Die entgeltlichen Leistungen des Arbeitgebers an das Personal beziehungsweise Arbeitnehmer sind im Lohnausweis zu deklarieren. Bei den unter dieser Ziffer anzugebenden Naturalleistungen (z.B. Prämien oder Geschenke) des Arbeitgebers an die Arbeitnehmer ist für jeden einzelnen Fall die mehrwertsteuerliche Qualifikation abzuklären. Die MWST ist von demjenigen Betrag zu berechnen, der auch für die direkten Steuern massgebend ist (die Bemessungsgrundlage versteht sich inkl. MWST). Der Arbeitgeber kann auf diesen Aufwendungen - sofern sie vorsteuerbelastet sind - den Vorsteuerabzug vornehmen. Rein geldmässig ausgerichtete Leistungen (z.B. Auszahlungen von Weihnachtsgeld oder Boni) stellen keine steuerbaren Leistungen im Sinne der MWST dar.

(3.4.5) Lohnausweis Ziffer 7: Andere Leistungen

Hierzu gelten die gleichen Ausführungen wie unter vorstehender Ziffer 3.4.4 dargelegt.

(3.4.6) Lohnausweis Ziffer 14: Weitere Gehaltsnebenleistungen

Weitere Gehaltsnebenleistungen, die im Lohnausweis zu deklarieren sind, stellen eine entgeltliche Leistung dar, die mehrwertsteuerlich zu qualifizieren und abzurechnen ist. Die Aufwendungen berechtigen im Rahmen von Artikel 28 MWSTG zum Vorsteuerabzug.

3.5 Gehaltsnebenleistungen, welche nicht im Lohnausweis zu deklarieren sind

Gemäss der Wegleitung zum Ausfüllen des Lohnausweises bzw. der Rentenbescheinigung müssen die nachfolgenden Leistungen nicht im Lohnausweis deklariert werden. Sie stellen keine entgeltlichen Leistungen dar und unterliegen daher nicht der MWST. Das Vorsteuerabzugsrecht des Arbeitgebers besteht im Rahmen derjenigen unternehmerischen Tätigkeit, die zum Vorsteuerabzug bereschtigt:

  • Gratis abgegebene Halbtaxabonnements der SBB;

  • REKA-Check-Vergünstigungen bis 600 Franken jährlich (zu deklarieren sind lediglich Vergünstigungen, soweit sie 600 Franken pro Jahr übersteigen);

  • übliche Weihnachts-, Geburtstags- und ähnliche Naturalgeschenke bis 500 Franken pro Ereignis. Bei Naturalgeschenken, die diesen Betrag übersteigen, ist der ganze Betrag anzugeben (Ziff. 2.3 des Lohnausweises);

  • private Nutzung von Arbeitswerkzeugen (Handy, Computer, allgemeine Betriebsinfrastruktur usw.);

  • Beiträge an Vereins- und Clubmitgliedschaften (nicht aber Abonnemente für Fitnessclubs) bis 1'000 Franken im Einzelfall. Bei Beiträgen, die diesen Betrag übersteigen, ist der ganze Betrag anzugeben (Ziff. 15 des Lohnausweises);

  • Beiträge an Fachverbände unbeschränkt;

  • Rabatte auf Waren, die zum Eigenbedarf bestimmt und branchenüblich sind;

  • Zutrittskarten für kulturelle, sportliche und andere gesellschaftliche Anlässe bis 500 Franken pro Ereignis (zu deklarieren sind lediglich Beiträge, soweit sie 500 Franken pro Ereignis übersteigen);

  • die Bezahlung der Reisekosten für den Ehegatten oder den Lebenspartner, die den Arbeitnehmer auf Geschäftsreisen begleiten;

  • Beiträge an Kinderkrippen, die für Kinder des Arbeitnehmers verbilligte Plätze anbieten;

  • Gratis-Parkplatz am Arbeitsort;

  • Kosten für ärztliche Vorsorgeuntersuchungen, die auf Verlangen des Arbeitgebers oder der Pensionskasse erfolgen;

  • Gutschriften von Flugmeilen (sie sollen für geschäftliche Zwecke verwendet werden).

(3.6) Übernahme von Weiterbildungskosten (Kursgelder und -material, Gewähren von Arbeitszeit zum Studium usw.) durch den Arbeitgeber resp. Kostenrückzahlungen durch den Arbeitnehmer aufgrund Nichteinhaltung von getroffenen Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber

Fallen bei einem Arbeitgeber Aufwendungen für unternehmerisch erforderliche Weiterbildungen an, welche der Arbeitgeber anordnet (z.B. Computer-Benutzerkurse, Sprachkurse, Strategie- oder Coachingkurse), so kann im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit der Vorsteuerabzug unter Berücksichtigung von Artikel 28 MWSTG vorgenommen werden.

Beispiel
Das Architekturbüro X schickt einen seiner Angestellten beim Unternehmen Y in einen Weiterbildungskurs für CAD; Letzteres stellt dem Architekturbüro Rechnung und weist dabei Mehrwertsteuer zum Normalsatz aus; das Architekturbüro X kann den Vorsteuerabzug vornehmen.

Beiträge an die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern (Meisterkurse, Ausbildung zum Steuerexperten, Berufsmatura usw.), welche im Lohnausweis unter Ziffer 13.3 „Beiträge an die Weiterbildung“ aufzuführen sind, gelten als Lohnbestandteil des Arbeitnehmers und berechtigen den Arbeitgeber nie zu einem Vorsteuerabzug. Dasselbe gilt für direkte Vergütungen des Arbeitgebers an das Bildungsinstitut; diese werden, sofern die Rechnung auf das Unternehmen ausgestellt ist, im Lohnausweis nicht unter besagter Ziffer im Lohnausweis aufgeführt.

Kommt es auf Grund vertraglicher Vereinbarungen dazu, dass der Arbeitnehmer diese durch den Arbeitgeber übernommenen Beträge ganz oder teilweise zurückerstatten muss, so ist dies als Lohnrückzahlung zu qualifizieren und hat mehrwertsteuerlich keine Auswirkungen.

Beispiel
Der Mitarbeiter eines Treuhandbüros trifft den Entscheid, sich zum Steuerexperten ausbilden zu lassen. Der Arbeitgeber beschliesst, die Ausbildungskosten von CHF 25‘000.00 unter der Voraussetzung zu übernehmen, dass sich der Mitarbeiter nach Abschluss der Ausbildung noch für drei Jahre an das Treuhandbüro bindet. Das Bildungsinstitut hat für seine Umsätze optiert und weist auf den Rechnungen die Mehrwertsteuer zum Normalsatz aus. Zwei Jahre nach Beendigung der Ausbildung erhält der Mitarbeiter von einer grossen Beratungsfirma ein Stellenangebot, welches dieser annimmt. Der Mitarbeiter muss den Betrag von CHF 8‘000.00 an das Treuhandbüro zurückzahlen.

Bei den vom Treuhandbüro übernommenen Kosten für die Ausbildung handelt es sich um Lohnbestandteil des Arbeitnehmers, welcher unter Ziffer 13.3 des Lohnausweises zu deklarieren ist. Das Treuhandbüro kann keinen Vorsteuerabzug vornehmen. Die Vergütung des Mitarbeiters an das Treuhandbüro ist als Lohnrückzahlung zu qualifizieren und hat in mehrwertsteuerlichen Sinne keine Auswirkungen.

(4) Inhaber einer Einzelunternehmung sowie diesen nahe stehende, im Betrieb nicht mitarbeitende Personen

Zur besseren Verständlichkeit wird in den nachfolgenden Ausführungen des Kapitels nur von „Inhabern“ gesprochen. Leistungsbezüge durch nahe stehende, im Betrieb nicht arbeitende Personen, werden dem Inhaber der Einzelunternehmung zugeordnet. Arbeiten die nahe stehenden Personen im Unternehmen mit, so gelten sie im mehrwertsteuerlichen Sinne als Lohnausweisempfänger und das unter Ziffer 3 Gesagte gilt.

(4.1) Grundsatz

Im Gegensatz zu den Privatanteilen bei Lohnausweisempfängern liegen bei Leistungsbezügen durch die Inhaber in den eigenen Unternehmungen keine Leistungsverhältnisse vor. Vielmehr werden durch die Unternehmung bezogene Leistungen dauernd oder vorübergehend für nicht unternehmerische, insbesondere für private Zwecke verwendet. In solchen Fällen ist die Vorsteuer, sofern diese seitens der Unternehmung beim Bezug der Leistung geltend gemacht wurde, zu korrigieren; es handelt sich also um eine anteilsmässige Rückgängigmachung des seinerzeit vorgenommenen Vorsteuerabzugs (Art. 31 Abs. 2 MWSTG; Vorsteuerkorrektur - Deklaration unter Ziff. 415 des Abrechnungsformulars). Keine Vorsteuerkorrektur bei privater Verwendung fällt an, wenn auf den durch die Unternehmung bezogenen Leistungen kein Vorsteuerabzug vorgenommen wurde.

Sind bei den direkten Steuern Pauschalen für die Ermittlung der privaten Unkostenanteile zugelassen (z.B. bei privater Nutzung des Geschäftsfahrzeuges), können diese ebenfalls als Bemessungsgrundlage für die Vorsteuerkorrektur hinzugezogen werden. Die Ansätze gemäss den Merkblättern N1/2007 und NL1/2007 der direkten Bundessteuer sind bei der pauschalen Ermittlung der privaten Unkostenanteile betragsmässig nicht zu unterschreiten.

Sachverhalte, bei denen die vorzunehmende Vorsteuerkorrektur analog den Privatanteilen der Lohnausweisempfänger zu berechnen ist, werden hier nur mit einem Hinweis auf die entsprechende Ziffer in dieser MWST-Info erwähnt.

(4.2) Naturalbezüge und private Unkostenanteile

Über die Bewertung der Naturalbezüge und der privaten Unkostenanteile gibt das Merkblatt N1/2007 der direkten Bundessteuer Auskunft. Die darin aufgeführten Beträge verstehen sich immer als inklusive MWST. Die Pauschalbeträge können in Sonderfällen abweichen

4.3 Warenbezüge

Die Pauschalbeträge für Warenbezüge durch die Inhaber werden in den Merkblättern N1/2007 und/oder NL1/2007 der direkten Bundessteuerfür folgende Branchen ausgewiesen. Die Vorsteuer ist im Rahmen der Pauschalen wie folgt zu korrigieren (Beträge inkl. MWST):

  • Bäckereien und Konditoreien
    Ansatz für die Entnahme aus dem eigenen Betrieb zum massgebenden Satz.
     
  • Tea-Room
    Ansatz für die Entnahme aus dem eigenen Betrieb zum massgebenden Satz.
     
  • Lebensmittelgeschäft
    Ansatz für die Entnahme aus dem eigenen Betrieb anteilsmässig zum reduzierten und Normalsatz. Massgebend für die Steuersatzaufteilung ist hierbei das steuerliche Verhältnis (reduzierter Steuersatz und Normalsatz) beim Gesamtumsatz.
     
  • Milchhandlungen
    Ansatz für die Entnahme aus dem eigenen Betrieb zum massgebenden Satz.
     
  • Metzgereien
    Ansatz für die Entnahme aus dem eigenen Betrieb zum massgebenden Satz.
     
  • Restaurants und Hotels

 

Zu Entnahmen aus dem eigenen Betrieb, sind die Ausführungen in der MWST-Branchen-Info Hotel- und Gastgewerbe zu beachten.

  • Inhaber von Land- und Forstwirtschaftsbetrieben

 

Zu Entnahme von im eigenen Betrieb gewonnenen Erzeugnissen, sind die Ausführungen in der MWST-Branchen-Info Urproduktion und nahe stehende Bereiche zu beachten.

In jedem Fall zum Normalsatz zu korrigieren ist die Entnahme von Tabakwaren sowie von alkoholischen Getränken.

(4.4) Privatanteile an den Kosten für Heizung, Beleuchtung, Reinigung, moderne Kommunikationsmittel usw.

Für den Privatbedarf sind, sofern bei den Bezügen die Vorsteuer geltend gemacht wurde, die Ansätze gemäss Ziffer 3 des Merkblatts N1/2007 der direkten Bundessteuer zum Normalsatz zu korrigieren (Eigenverbrauch). Die Ansätze verstehen sich inklusive MWST.

Für Inhaber von Land- und Forstwirtschaftsbetrieben sind die Ansätze gemäss Merkblatt NL1/2007 der direkten Bundessteuer anzuwenden.

4.5 Privatanteile Geschäftsfahrzeuge

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass der Inhaber eines Einzelunternehmens i.d.R. höchstens einen Personenwagen unternehmerisch nutzt.

Sind zwei oder mehrere Personenwagen in der Buchhaltung der Einzelunternehmung erfasst, deren Nutzung ausschliesslich dem Inhaber oder ihm nahe stehende Personen - im Betrieb nicht mitarbeitend - vorbehalten sind, so sind die Investition (Kauf Fahrzeug) und Aufwendungen für den Unterhalt nur bei einem Fahrzeug unternehmerisch begründet und berechtigen im Rahmen der steuerbaren Tätigkeit zum Vorsteuerabzug. Bei der Wahl, welches Fahrzeug als unternehmerisch genutzt betrachtet werden kann, ist in erster Linie dessen Funktionalität massgebend. Beispielsweise eignet sich ein Cabrio Sportwagen nicht für die unternehmerische Tätigkeit in einem Schreinereibetrieb. Weiter ist zu beachten, dass gewisse Unternehmen und Berufsgattungen (z.B. Coiffeur, Zahntechniker, Detailhandel oder Reisebüro) für die Ausübung ihrer unternehmerischen Tätigkeit kein oder aber nur in sporadischem Umfang ein Geschäftsfahrzeug benötigen. Bei solchen Branchen ist ein allfällig geltend gemachter unternehmerischer Nutzungsanteil des Fahrzeuges durch das Unternehmen nachzuweisen (z.B. mittels Bordbuch oder Kundenstamm).

Nie als überwiegend unternehmerisch begründet gilt ein Fahrzeug, welches auf Grund der Präponderanzmethode bei den direkten Steuern dem Privatvermögen zugeordnet wird. Wird ein solches Fahrzeug auch für unternehmerische Tätigkeiten, die zum Vorsteuerabzug berechtigen genutzt, kann auf diesem Anteil unter folgenden kumulativen Voraussetzungen der Vorsteuerabzug vorgenommen werden:

  • Der unternehmerische Anteil der Nutzung wird mittels Bordbuch nachgewiesen;

  • Belege für Investitionen und Aufwendungen, welche auf Grund der Präponderanzmethode nicht über die Buchhaltung bezahlt werden, sind aufzubewahren;

  • die gegenüber der ESTV geltend gemachten Vorsteuern müssen auf den jeweiligen Vorsteuerkonti in der Geschäftsbuchhaltung mit Gegenbuchung über das Privatkonto erfasst werden;

  • beim Kauf eines Fahrzeuges ist der Anteil der unternehmerischen Nutzung, welcher zum Vorsteuerabzug berechtigt, auf Grund von Erfahrungswerten zu schätzen. Allenfalls anfallende Nutzungsänderungen sind jährlich zu berücksichtigen.

Wird ein Fahrzeug überwiegend unternehmerisch genutzt, können die Vorsteuern auf den Anschaffungs- und üblichen Unterhaltskosten im Rahmen der steuerbaren Tätigkeit des Unternehmens abgezogen werden. Nicht als übliche Unterhaltskosten gelten beispielsweise Aufwendungen für Fahrzeugtuning, welche reinen Designaspekten dienen und dem privaten Bereich der steuerpflichtigen Person zugeordnet werden.

Die Berechnung der pauschalen Ermittlung der Vorsteuerkorrektur aufgrund der privaten Nutzung erfolgt analog der Berechnung der Privatanteile bei den Lohnausweisempfängern ( Ziff. 3.4.3.2). Dies gilt auch für Inhaber von Land- und Forstwirtschaftsbetrieben.

Werden die geschäftlich und privat zurückgelegten Kilometer anhand eines Bordbuches nachgewiesen, so sind die effektiv angefallenen, vorsteuerbelasteten Kosten proportional nach der Verwendung aufzuteilen. Der auf den privaten Anteil entfallende vorgenommene Vorsteuerabzug ist zu korrigieren (Eigenverbrauch).

Wird das Fahrzeug überwiegend privat beziehungsweise nicht unternehmerisch verwendet (d.h. zu mehr als 50 % der Gesamtnutzung des Fahrzeuges), so ist die Vorsteuer auf Erwerb und Unterhalt des Fahrzeuges prozentual um die Höhe der privaten Nutzung zu korrigieren (Art. 30 Abs. 1 MWSTG). Die pauschale Ermittlung kann in diesem Fall nicht angewendet werden.

Berechnungsbeispiel
Sachverhalt im Jahr 20xx:
Kauf Geschäftsfahrzeug: CHF 54'000 (inkl. 8 % MWST)
Treibstoff sowie diverse Unterhalts- und Reparaturkosten: CHF 1'080 (inkl. 8 % MWST)
Diverse Kosten ohne MWST (Versicherung, Steuern usw.): CHF 2'000
Anteil private Nutzung (Annahme): 80 %
Unternehmerische, vorsteuerabzugsberechtigte Nutzung: 20 %
Total im Jahr 20xx angefallene Vorsteuer: CHF 4'000 + CHF 80 = CHF 4'080
Vorzunehmende Vorsteuerkorrektur: 80 % von CHF 4'080 = CHF 3'264

Eine allfällige Nutzungsänderung auf der Investition beziehungsweise Anschaffung des Fahrzeuges ist jährlich zu überprüfen; siehe MWST-Info Nutzungsänderungen.

(4.6) Leistungsbezüge durch die Inhaber für den privaten Gebrauch

Jegliche Entnahmen durch die Inhaber führen, sofern bei den seinerzeitigen Bezügen der Leistungen die Vorsteuer geltend gemacht wurde, zu einer Vorsteuerkorrektur. Bei selber hergestellten Gegenständen gilt der vorsteuerbelastete Warenwert beziehungsweise Einkaufspreis zuzüglich einem Zuschlag von 33 % für die Ingebrauchnahme der Infrastruktur (vorbehalten bleibt der effektive Nachweis der Vorsteuern für die Ingebrauchnahme der Infrastruktur) als Bemessungsgrundlage für die vorzunehmende Vorsteuerkorrektur (Art. 69 Abs. 3 MWSTV).

Bei Bezügen von Leistungen für private Zwecke (ausserhalb der unternehmerischen Tätigkeit) gibt es keine Freigrenze (Art. 31 Abs. 2 Bst. a MWSTG).

Weitere Informationen können der MWST-Info Nutzungsänderungen entnommen werden.

Beispiel 1
Entnahme von Handelsware (Fahrrad)
Herr Muster, Inhaber eines Fahrradgeschäftes, entnimmt seinem Betrieb für private Zwecke (Art. 31 Abs. 2 Bst. a MWSTG) ein Kinderfahrrad. Der Einstandspreis nach vorgenommenem Vorsteuerabzug von 8 % beträgt 450 Franken.

Gemäss Artikel 31 Absatz 1 MWSTG fallen die Voraussetzungen für einen Vorsteuerabzug durch die Entnahme für diesen privaten Zweck nachträglich weg; die bereits abgezogene Vorsteuer ist demnach zu korrigieren:

8 % von CHF 450 = Vorsteuerkorrektur CHF 36

Beispiel 2
Selber hergestellte Gegenstände
Möbelschreiner Muster stellt für seine Privatwohnung einen neuen Tisch her. Der Einstandspreis des dafür verwendeten Materials (vorsteuerbelastet bezogen) beträgt 1'200 Franken (exkl. MWST).

Die Bemessungsgrundlage für die Vorsteuerkorrektur ist der Einstandspreis des benötigten Materials (exkl. MWST) zuzüglich einem Zuschlag von 33 % für die Ingebrauchnahme der Infrastruktur.

 

in CHF

Vorsteuer auf dem Materialwert

96.00

Zuschlag für Ingebrauchnahme der Infrastruktur: 33 %

    31.70

Vorzunehmende Vorsteuerkorrektur (8 %)

127.70

(5) Eng verbundene Personen

Arbeiten eng verbundene Personen im Betrieb mit und erhalten sie demnach einen Lohnausweis, gelten diese im mehrwertsteuerlichen Sinne als Lohnausweisempfänger; das unter Ziffer 3 Gesagte gilt in diesem Fall sinngemäss.

Werden Leistungen an eng verbundene oder ihnen nahe stehende Personen erbracht, welche nicht im Betrieb mitarbeiten, ist die Bemessungsgrundlage derjenige Wert, welcher unter unabhängigen Dritten (Drittpreis) vereinbart würde (Art. 24 Abs. 2 MWSTG).

Soweit bei den direkten Steuern Pauschalen für Lohnausweisempfänger oder Inhabern von Einzelunternehmungen zulässig sind ( Merkblätter N1/2007, N2/2007 und NL1/2007 der direkten Bundessteuer), können diese aus Praktikabilitätsgründen auch bei eng verbundenen Personen als Bemessungsgrundlage herangezogen werden. Die Ansätze gemäss den Merkblättern sind nicht zu unterschreiten.

(6) Naturaldividenden

Als Naturaldividenden beziehungsweise Beteiligungserträge in Naturalien gelten Leistungen, die bei ihrer Ausschüttung der Verrechnungssteuer unterliegen. Sie stellen eine entgeltliche Leistung des ausschüttenden Unternehmens dar. Bemessungsgrundlage für ihre Besteuerung ist der verrechnungssteuerpflichtige Wert, d.h. der Bruttodividendenwert (= inkl. MWST). Empfänger von Naturaldividenden oder Beteiligungserträgen in Naturalien können sämtliche Personengruppen sein; ob die Personen in der ausschüttenden Unternehmung angestellt sind, ist dabei unwesentlich.

Naturaldividenden unterliegen bei der ausschüttenden Unternehmung der MWST, wenn sie eine steuerbare Leistung darstellen.

Beispiel 1
Die Aktionäre einer Bergbahn erhalten eine Saisonkarte (Naturaldividende). Werden solche Karten an Dritte verkauft, unterliegt das daraus erzielte Entgelt der Steuer zum Normalsatz. Folglich unterliegt die ausgerichtete Naturaldividende ebenfalls der MWST zum Normalsatz.

Beispiel 2
Aktionäre einer Bergbahn erhalten REKA-Checks (Naturaldividende). Bei Verkäufen von REKA-Checks an Dritte handelt es sich um eine von der Steuer ausgenommene Leistung. Somit unterliegt die ausgerichtete Naturaldividende nicht der MWST.

(7) Personalverpflegung

(7.1) Automatenverpflegung

Massgebend ist das vom Personal bezahlte Entgelt. Die Abgabe von Nahrungsmitteln in Verpflegungsautomaten unterliegt dabei dem reduzierten Steuersatz (Art. 25 Abs. 3 MWSTG). Es ist nicht von Belang, ob es neben dem Automaten eine Konsumvorrichtung hat oder nicht. Zum Normalsatz abzurechnen sind Verkäufe von alkoholischen Getränken und Tabakwaren sowie Non-Food-Artikeln.

Weitere Informationen zum Thema Verpflegungsautomaten können der MWST-Info Steuerbemessung und Steuersätze sowie der MWST-Branchen-Info Hotel und Gastgewerbe entnommen werden.

Die vergünstigte oder die Gratisabgabe von Nahrungsmitteln führen nicht zu einer Deklaration im Lohnausweis und gelten somit als unentgeltlich. Der Vorsteuerabzug ist im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit möglich, sofern der Vorsteuerabzug nach Artikel 28 ff. MWSTG zulässig ist.

Wird die Infrastruktur für den Automaten kostenlos zur Verfügung gestellt, erfolgt sowohl beim Automatenbetreiber wie auch beim Standplatzbesitzer keine Besteuerung eines entsprechenden Mietwertes.

(7.2) Kantinenverpflegung durch den Arbeitgeber

Betreibt der Arbeitgeber eine eigene Kantine und ermöglicht damit dem Arbeitnehmer verbilligte Mahlzeiten, ist diese Verbilligung im Lohnausweis mit einem Kreuz im Feld G einzutragen. Wie bereits in Ziffer 3.4.2 erwähnt, ist bei diesem Sachverhalt kein Privatanteil abzurechnen.

Der Arbeitgeber hat das durch die Kantinenbenützer bezahlte Entgelt zum Normalsatz abzurechnen; die auf den Investitionen und Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Betrieb des Personalrestaurants lastende Vorsteuer kann vollumfänglich geltend gemacht werden.

7.2.1 Abgabe von Mahlzeiten unter den Ansätzen des Merkblatts N2/2007 der direkten Bundessteuer

Liegt der Mahlzeitenpreis, den ein Arbeitnehmer bezahlen muss, unter den Ansätzen von Merkblatt N2/2007 der direkten Bundessteuer, so gilt dieser als unterpreisig. Der Arbeitgeber hat den Differenzbetrag zwischen dem tatsächlich bezahlten Entgelt und den Ansätzen gemäss erwähntem Merkblatt als Gehaltsnebenleistung in Ziffer 2.1 des Lohnausweises betragsmässig aufzuführen. Somit stellt dieser Differenzbetrag eine entgeltliche Leistung dar, welche durch den Arbeitgeber zum Normalsatz abzurechnen ist.


(7.3) Kantinenverpflegung durch einen beauftragten Dritten

Stellt der Arbeitgeber dem Kantinenbetreiber die Infrastruktur für den Kantinenbetrieb zur Verfügung und verlangt dafür ein Entgelt oder vereinbart an dessen Stelle eine entsprechende Gegenleistung (z.B. verbilligte Essensabgabe), so besteht zwischen Arbeitgeber und Kantinenbetreiber ein Leistungsverhältnis.

Beim Zurverfügungstellen der Kantineninfrastruktur handelt es sich um eine von der Steuer ausgenommene Raumvermietung nach Artikel 21 Absatz 2 Ziffer 21 MWSTG. Die Investitionen und Aufwendungen beim Arbeitgeber berechtigen nicht zum Vorsteuerabzug.

Informationen betreffend die Optionsmöglichkeit für die Versteuerung der von der Steuer ausgenommenen Raumvermietung sind in der MWST-Info Steuerobjekt wiedergegeben.

Optiert der Arbeitgeber für die Vermietung der Räumlichkeiten an den Kantinenbetreiber, so ist dies - selbst dann, wenn es zwischen beiden Parteien zu keinen Geldflüssen kommt - auf der Rechnung des Vermieters oder in der Vereinbarung zwischen beiden Parteien mittels Ausweis der Steuer anzuzeigen.

Der Kantinenbetreiber hat folgende Beträge zum Normalsatz zu versteuern:

  • Einnahmen aus dem Personalrestaurant;

  • allfällige Zuschüsse des Auftraggebers;

  • Mietwert der unentgeltlich oder unter dem Marktwert überlassenen Infrastruktur.

Bemessungsgrundlage für das Überlassen der Infrastruktur bildet die vereinbarte Gegenleistung (z.B. den Betrag, um den die Essen billiger abgegeben werden müssen). Ist die effektive Berechnung nicht möglich (z.B. mangels entsprechender Unterlagen), kann nach der folgenden annäherungsweisen Ermittlung vorgegangen werden:

Total Warenaufwand (Ess- und Trinkwaren) beim Kantinenbetreiber, davon 30 % (bei Vorhandensein beziehungsweise Gebrauch einer Küche durch den Kantinenbetreiber) resp. 15 % (sofern keine Küche vorhanden ist oder eine solche durch den Kantinenbetreiber nicht benützt wird) als Bemessungsgrundlage für den entgeltlichen Mietwert der Infrastruktur.

Den Vorsteuerabzug auf den ausgerichteten Zuschüssen kann der Arbeitgeber im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit gemäss Artikel 28 ff. MWSTG vornehmen.

(7.3.1) Abgabe von Mahlzeiten unter den Ansätzen des Merkblatts N2/2007 der direkten Bundessteuer

Das unter Ziffer 7.2.1 Gesagte gilt sinngemäss.

(7.4) Verpflegung am Familientisch

Unter der „Verpflegung am Familientisch“ ist zu verstehen, dass der Arbeitgeber eines nicht gastgewerblichen Betriebes einen oder mehrere seiner Arbeitnehmer bei sich zu Hause am Familientisch verpflegt.

(7.4.1) Verpflegung am Familientisch von mitarbeitenden Ehepartnern, eingetragenen Partnern, jugendlichen und pensionierten Familienmitgliedern

Mehrwertsteuerlich hat die Verpflegung am Familientisch für die oben erwähnte Personengruppe, unabhängig der Rechtsform der Unternehmung, keine Auswirkungen. Die Unternehmung muss weder Umsatz abrechnen noch kann sie einen Vorsteuerabzug geltend machen.

(7.4.2) Der Arbeitgeber ist eine Personengesellschaft oder eine juristische Person

Bezahlt ein Mitarbeiter/Arbeitnehmer für die Verpflegung am Familientisch seiner „Gastfamilie“ direkt mindestens die Ansätze gemäss Merkblatt N2/2007 der direkten Bundessteuer, so hat dies mehrwertsteuerlich keine Konsequenzen (die Einnahmen werden dem privaten Bereich „der Gastfamilie“ zugeordnet). In der Geschäftsbuchhaltung dürfen keine Aufwendungen für diese Mahlzeiten erfasst werden.

Bei unentgeltlicher Abgabe der Mahlzeiten durch die „Gastfamilie“ müssen im Lohnausweis des Arbeitnehmers die Ansätze gemäss Merkblatt N2/2007 der direkten Bundessteuer deklariert werden.

Werden die Mahlzeiten unter den Ansätzen vom erwähnten Merkblatt abgegeben, so muss die Differenz im Lohnausweis deklariert werden. Beim Wert, welcher im Lohnausweis aufzuführen ist, handelt es sich um eine entgeltliche Leistung, welche zum Normalsatz abgerechnet werden muss ( Ziff. 7.4.4, Berechnungsbeispiel 1).

(7.4.3) Der Arbeitgeber ist eine Einzelunternehmung

Bezahlt der Arbeitnehmer für die Mahlzeiten der Einzelunternehmung mindestens die Ansätze gemäss Merkblatt N2/2007 der direkten Bundessteuer, so sind die bezahlten Beträge durch den Arbeitgeber zum Normalsatz abzurechnen ( Ziff. 7.4.4, Berechnungsbeispiel 2).

Bei unentgeltlicher Abgabe der Mahlzeiten durch den Arbeitgeber müssen im Lohnausweis des Arbeitnehmers die Ansätze gemäss Merkblatt N2/2007 der direkten Bundessteuer deklariert werden. Werden die Mahlzeiten unter den Ansätzen vom erwähnten Merkblatt abgegeben, so muss die Differenz auf dem Lohnausweis deklariert werden. Der im Lohnausweis zu deklarierende Wert ist nebst dem bezahlten Entgelt zum Normalsatz abzurechnen ( Ziff. 7.4.4, Berechnungsbeispiel 3).

(7.4.4) Bemessungsgrundlage und Vorsteueranrechnung bei der Verpflegung am Familientisch

Bei den unter den Ziffern 7.4.2 und 7.4.3 geschilderten Sachverhalten, bei denen die Entgelte der Steuer zum Normalsatz unterliegen, ist für die Bemessungsgrundlage Folgendes zu beachten:

Von den entgeltlichen Leistungen welche zum Normalsatz abzurechnen sind, können im Sinne einer pauschalen Vorsteueranrechnung (auf den für die Erzielung der entgeltlichen Leistungen notwendigen Aufwendungen können keine Vorsteuerabzüge vorgenommen werden, da diese in den privaten Bereich fallen) 25 % in Abzug gebracht werden. Diese Art der pauschalen Vorsteueranrechnung kann aus Vereinfachungsgründen auch dann vorgenommen werden, wenn die bezahlten und zu versteuernden Beträge höher als die Ansätze gemäss Merkblatt N2/2007 der direkten Bundessteuer sind.

Berechnungsbeispiel 1

Personengesellschaft oder juristische Person

in CHF

Mittagessen, Ansatz gemäss Merkblatt N2/2007

10.00

Bezahlter Betrag durch den Arbeitnehmer

   6.00

Differenz zum Ansatz gemäss Merkblatt N2/2007

4.00

(im Lohnausweis zu deklarieren)

 

Total entgeltliche Leistung

4.00

Pauschale Vorsteueranrechnung 25 %

  - 1.00

Total zu versteuernde Leistung (inkl. 8 % MWST)

3.00

Der Betrag von CHF 3.00/Mahlzeit ist in der MWST-Abrechnung als Umsatz unter Ziffer 200 bzw. 301 zu deklarieren.

Berechnungsbeispiel 2

Einzelunternehmung

in CHF

Bezahlter Betrag durch den Arbeitnehmer

15.00

Pauschale Vorsteueranrechnung 25 %

  - 3.75

Total zu versteuernde Leistung (inkl. 8 % MWST)

11.25

Der Betrag von CHF 11.25/Mahlzeit ist in der MWST-Abrechnung als Umsatz unter Ziffer 200 bzw. 301 zu deklaieren.

Berechnungsbeispiel 3

Einzelunternehmung

in CHF

Mittagessen, Ansatz gemäss Merkblatt N2/2007

10.00

Bezahlter Betrag durch den Arbeitnehmer

   6.00

Differenz zum Ansatz gemäss Merkblatt N2/2007

4.00

(im Lohnausweis zu deklarieren)

 

Total entgeltliche Leistung

10.00

Pauschale Vorsteueranrechnung 25 %

  - 2.50

Total zu versteuernde Leistung (inkl. 8 % MWST)

7.50

Der Betrag von CHF 7.50/Mahlzeit ist in der MWST-Abrechnung als Umsatz unter Ziffer 200 bzw. 301 zu deklaieren.

(8) Abgabe von Geschenken an Dritte

Werden Gegenstände oder Dienstleistungen an Dritte unentgeltlich abgegeben, ohne dass hierfür ein unternehmerischer Grund besteht, ist ein (beim Bezug der Leistung) vorgenommener Vorsteuerabzug zu korrigieren.

Handelt es sich bei den Geschenken um selber hergestellte Gegenstände, so ist der Vorsteuerabzug auf dem dafür benötigten Material zuzüglich eines Zuschlags von 33 % für die Benützung der Infrastruktur zu korrigieren; vorbehalten bleibt der effektive Nachweis der Vorsteuern, die auf die Ingebrauchnahme der Infrastruktur entfallen (Art. 69 Abs. 3 MWSTV).

Besteht für die Abgabe ein unternehmerischer Grund, so kann im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit der Vorsteuerabzug auf den Aufwendungen vorgenommen werden. Bei Geschenken bis zu 500 Franken pro Person und Jahr sowie bei Werbegeschenken und Warenmustern zur Erzielung steuerbarer oder von der Steuer befreiter Umsätze wird der unternehmerische Grund ohne Weiteres vermutet (Art. 31 Abs. 2 Bst. c MWSTG). Die Vorsteuer kann im Rahmen der zum Vorsteuerabzug berechtigenden unternehmerischen Tätigkeit vorgenommen werden.

Gratisabgaben an Lohnausweisempfänger, welche im Sinne der Ausführungen dieser MWST-Info im Lohnausweis unter den Ziffern 3 und 7 zu deklarieren sind, gelten als entgeltliche Leistungen ( Ziff. 3.2).

Die Vorsteuer auf Werbegeschenken und Warenmustern kann im Rahmen der zum Vorsteuerabzug berechtigenden unternehmerischen Tätigkeit geltend gemacht werden.

(9) Privatanteile bei Abrechnung mit Saldo- oder Pauschalsteuersätzen

(9.1) Entnahmen durch Inhaber einer Einzelunternehmung

Beim Inhaber einer Einzelunternehmung sind die Entnahmen im Sinne von Artikel 31 Absatz 2 MWSTG (Eigenverbrauch) bei Abrechnung mit Saldosteuersätzen eingerechnet und somit abgegolten (Art. 92 MWSTV). Leistungsbezüge von nahe stehenden, im Betrieb nicht mitarbeitenden Personen, werden dem Inhaber der Einzelunternehmung zugeordnet.

(9.2) Leistungen durch Personengesellschaften und juristischen Personen an eng verbundene Personen (Art. 3 Bst. h MWSTG und Art. 94 MWSTV), welche nicht im Betrieb mitarbeiten

Abgabe/
Erbringung

Leistung

Abrechnen?

Welcher Wert?

Unentgeltlich

Eingekaufte Leistungen

Nein

 

Selbst hergestellte
G
egenstände
und eigene
Dienstleistungen

Ja,
mit SSS/PSS

Wert wie unter
u
nabhängigen Dritten

Entgeltlich

Alle Leistungen

Ja,
mit SSS/PSS

bezahltes Entgelt,
mindestens aber
W
ert wie unter
u
nabhängigen Dritten

Wird mit 2 SSS oder mehreren PSS abgerechnet und kann die Leistung nicht einem Betriebsteil zugeordnet werden, kommt der höhere SSS oder i.d.R. höchste PSS zur Anwendung.

(9.3) Leistungen an Personen, die im Betrieb mitarbeiten


Abgabe/
Erbringung

Leistung

Abrechnen?

Welcher Wert?

Unentgeltlich

Eingekaufte Leistungen

Nein

 

Selbst hergestellte
G
egenstände
und eigene
Dienstleistungen

Nein

 

Entgeltlich

Alle Leistungen

Ja,
mit SSS/PSS

bezahltes Entgelt

Leistungen, die im Lohnausweis zuhanden der direkten Steuern zu deklarieren sind, gelten als entgeltlich erbracht. Die Steuer ist vom Betrag zu berechnen, der auch für die direkten Steuern massgebend ist.

Wird mit 2 SSS oder mit mehreren PSS abgerechnet und kann die Leistung nicht einem Betriebsteil zugeordnet werden, kommt der höhere SSS oder i.d.R. höchste PSS zur Anwendung.

Handelt es sich bei der angestellten Person um eine eng verbundene Person und hat sie keinen Rechtsanspruch aus Arbeitsvertrag auf die Leistung, so gelten die Bestimmungen gemäss Tabelle unter Ziffer 9.2.


(9.4) Praxisbeispiele zur Einzelunternehmung

Fall 1
Einzelunternehmer Muster rechnet mit Saldosteuersatz ab; auf Anordnung der kantonalen Steuerverwaltung verbucht Herr Muster für die private Nutzung seines Geschäftsfahrzeuges Ende Jahr den Betrag von 4‘000 Franken erfolgswirksam (Privatkonto / Fahrzeugaufwand). Herr Muster stellt sich nun die Frage, ob er diese private Nutzung mit MWST abrechnen muss.

Lösung
Es handelt sich um eine Entnahme durch den Inhaber der Einzelunternehmung im Sinne von Artikel 31 Absatz 2 Buchstabe a MWSTG (Eigenverbrauch), welche bei Abrechnung mit Saldosteuersatz mit einberechnet und somit abgegolten ist (Art. 92 MWSTV).

Fall 2
Die Ehefrau von Herrn Muster arbeitet ebenfalls im Betrieb mit; auch ihr steht für Privatfahrten ein Geschäftsfahrzeug zur Verfügung. Das Fahrzeug wird überwiegend geschäftlich genutzt. Welche mehrwertsteuerlichen Folgen ergeben sich aus diesem Sachverhalt?

Lösung
Es handelt sich um eine Leistung der Einzelunternehmung an eine Person, die im Betrieb mitarbeitet. Ungeachtet dessen, ob der Ehefrau ein Lohnausweis ausgestellt wird, ist sie einer Lohnausweisempfängerin gleichgestellt. Der Privatanteil für die Nutzung des Geschäftsfahrzeugs kann mittels Pauschalen berechnet werden und ist als Lieferung zum entsprechenden Saldosteuersatz abzurechnen.

Fall 3
Die Ehefrau von Herrn Muster arbeitet nicht im Betrieb mit, kann jedoch ein Geschäftsfahrzeug für Privatfahrten nutzen. Welche mehrwertsteuerlichen Folgen ergeben sich aus diesem Sachverhalt?

Lösung
Die Leistung der Einzelunternehmung (Zurverfügungstellen des Geschäftsfahrzeuges) wird dem Inhaber zugeordnet; somit ist kein Privatanteil geschuldet ( auch Fall 1).

(9.5) Praxisbeispiele zu Personengesellschaften beziehungsweise juristischen Personen

Fall 1:
Die Herren Muster und Meier sind Inhaber einer Kollektivgesellschaft. Beide arbeiten im Betrieb mit und nutzen die Geschäftsfahrzeuge auch für private Fahrten. Die geschäftliche Verwendung der Fahrzeuge überwiegt. Welche mehrwertsteuerlichen Folgen ergeben sich aus diesem Sachverhalt; das Unternehmen rechnet mit Saldosteuersatz ab?

Lösung
Die beiden mitarbeitenden Inhaber sind den Lohnausweisempfängern gleichgestellt. Somit ist ein Privatanteil geschuldet; dieser kann mittels Pauschalen ermittelt werden, da die geschäftliche Verwendung der Fahrzeuge überwiegt. Es ist zu beachten, dass es sich bei diesem Sachverhalt um eine Lieferung (Art. 3 Bst. d Ziff. 3 MWSTG: Überlassen eines Gegenstandes zum Gebrauch oder zur Nutzung) der Kollektivgesellschaft an die beiden Inhaber und nicht um eine Entnahme im Sinne von Artikel 31 Absatz 2 Buchstabe a MWSTG (Eigenverbrauch) handelt. Die Leistungen sind zum Saldosteuersatz abzurechnen.

Fall 2
Die Herren Muster und Meier sind Inhaber einer Kollektivgesellschaft. Während Herr Muster in Betrieb mitarbeitet, ist Herr Meier nicht im Betrieb tätig. Sowohl Herr Muster als auch Herr Meier nutzen die in der Kollektivgesellschaft verbuchten Fahrzeuge privat. Die geschäftliche Verwendung des Fahrzeuges von Herr Muster ist überwiegend. Welche mehrwertsteuerlichen Folgen ergeben sich aus diesem Sachverhalt?

Lösung
Herr Muster gilt als Lohnausweisempfänger. Da sein Fahrzeug überwiegend geschäftlich verwendet wird, kann der Privatanteil mittels Pauschalen berechnet werden. Da Herr Meier nicht im Betrieb mitarbeitet, hat er den Status einer eng verbundenen Person. Bemessungsgrundlage ist der Preis, der unter unabhängigen Dritten vereinbart würde (Art. 24 Abs. 2 MWSTG). Geht man davon aus, dass dieses Fahrzeug nicht geschäftlich genutzt wird, muss der Drittpreis mittels Vollkostenrechnung ermittelt und zum Saldosteuersatz abgerechnet werden.

Fall 3
Herr Muster ist Hauptaktionär und Geschäftsführer der Malerei Muster AG. Das überwiegend geschäftlich genutzte Fahrzeug wird durch Herr Muster auch privat verwendet. Welche mehrwertsteuerlichen Folgen ergeben sich aus diesem Sachverhalt?

Lösung
Herr Muster ist Lohnausweisempfänger. Der Privatanteil kann mittels Pauschalen berechnet werden, ist auf dem Lohnausweis zu deklarieren (oder dem Kontokorrent zu belasten) und zum Saldosteuersatz abzurechnen.

Fall 4
Herr Muster ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Hans Muster IT GmbH. Das Geschäftsdomizil der GmbH befindet sich in der Privatliegenschaft von Herrn Muster. Die Kosten für Heizung, Beleuchtung, moderne Kommunikationsmittel usw. werden allesamt in der GmbH verbucht. Welche mehrwertsteuerliche Folgen ergeben sich aus diesem Sachverhalt?

Lösung
Als mitarbeitende Person gilt Herr Muster als Lohnausweisempfänger. Der private Anteil der Heizung, Beleuchtung usw. ist durch die GmbH an den Geschäftsführer zu fakturieren oder aber als Lohnbestandteil im Lohnausweis aufzuführen und zum Saldosteuersatz abzurechnen. Es kann dabei die Pauschale gemäss Merkblatt N1/2007 der direkten Bundessteuer, Ziffer 3 angewendet werden.

Fall 5
Herr Muster ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Hans Muster IT GmbH. Die Handy- und Festnetzkosten werden von der Firma bezahlt und als Aufwand verbucht. Ende Jahr wird dem Kontokorrent von Herrn Muster ein Privatanteil von pauschal 1‘000 Franken erfolgswirksam verbucht (Kontokorrent / Telefonaufwand). Welche mehrwertsteuerliche Folgen ergeben sich aus diesem Sachverhalt?

Lösung
Durch die erfolgswirksame Verbuchung gilt der Privatanteil als fakturiert und ist somit entgeltlich. Der Betrag von 1‘000 Franken ist zum Saldosteuersatz abzurechnen.

(10.) Anhang

(10.1) Merkblatt N1/2007 Naturalbezüge von Selbstständigerwerbenden

(10.2) Merkblatt N2/ 2007 Naturalbezüge von Arbeitnehmenden


(10.3) Merkblatt NL1/2007 Privatanteile/Naturalbezüge und Naturallöhne Geschäftsinhaber Land- und Forstwirtschaft


(10.4) Lohnausweis, Rentenbescheinigung








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